14. Januar 2016

2015 in Büchern

20 Bücher hatte ich mir für 2015 vorgenommen, 30 wurden es dann doch. Am meisten beeindruckt hat mich "Stoner", ein ob der Bescheidenheit und Tragik des Protagonisten für mich unglaublich berührender Roman. Ein wahnsinnig poetisches Buch mit Bildern zum darin verschwinden ist "All die schönen Pferde" von Cormac McCarthy. Und meine deutsche Neuentdeckung des Jahres ist Heinz Helle. Sprachlich für meinen Geschmack manchmal etwas verschwurbelt, in seiner Aussage aber radikal und klar.

13. Januar 2016

Neulich im Heimkino - Teil V

Im Stream und als Bluray gab es bei mir in den letzten Wochen und Monaten unter anderem das:

The Homesman
Es fällt mir außerordentlich schwer, mich auf die Schnelle zu entscheiden, ob ich diesen Western für sehr gelungen oder eher missglückt halten soll. Fakt ist, dass es ungefähr in der Mitte einen starken Bruch gibt. Ungewöhnlich, aber nicht schlecht, da man sich ungefähr zu diesem Zeitpunkt fragt, wie das (Happy) End denn wohl aussehen mag. Doch Pustekuchen, die Geschichte nimmt eine Wendung, die mitunter fast schon surreale Szenen zu bieten hat. Würde man sich an einem Resümee versuchen, wäre wohl das Fazit: Es ist kompliziert, auch und besonders im Wilden Westen. Dass Tommy Lee Jones und Hilary Swank großartige Arbeit leisten, muss wohl nicht extra erwähnt werden.

Under the Skin
Definitiv kein normaler Film: Extrem beeindruckende, surreale Bilder, etwa wenn das Alien seine Opfer "verspeist", stehen minutenlangen Autofahrten gegenüber, in denen die Kamera einfach mit läuft und scheinbar gar nichts passiert. Manche Szenen wie das Unglück am Strand und das schreiende Baby sind nur schwer zu ertragen, wobei es den Machern des Streifens extrem gut gelungen ist, die Geschehnisse aus der Sichtweise des Aliens darzustellen. Das zieht sich bis zum Ende durch, wenn die bisher mordend umherziehende Außerirdische selbst in die Rolle des Opfers gerät. Also: Schwierig, schwankend zwischen verstörend und banal, surreal, phantastisch. Dieser Film ist definitiv Kunst, und daran scheiden sich ja fast immer die Gemüter. Wer experimentell-anspruchsvolle Produktionen mag, sollte aber unbedingt reinschauen!

The Zero Theorem
Es hätte mir eine Warnung sein sollen: Noch nie ist es mir gelungen, gut zwei Stunden "12 Monkeys" zu überstehen, ohne einzuschlafen. Zu abgefahren und wirr erscheint mir jedes Mal mir die Story, als dass ich ihr meine volle Konzentration geben könnte. Genauso lief es leider auch mit "The Zero Theorem". Die von Gilliam entworfene Welt ist bunt, abstrus, surreal, fantasievoll und laut, also absolut sehenswert. Schön anzusehen sind auch die Darsteller, neben Christoph Waltz machen vor allem Mélanie Thierry, Matt Damon und auch Tilda Swinton eine grotesk-überzogene gute Figur. Was aber die Story betrifft und den roten Faden: Wie bitte? Wie war das nochmal im Mittelteil? Irgendwann habe ich, was die Geschichte betrifft, einfach abgeschaltet und nur noch die bunten Bilder genossen. Anscheinend bin ich für Gilliam-Filme zu blöd.

Nightcrawler
Hui. Sehr hart, dem scheinbar emotionslosen Sensationsfotografen bei der Arbeit zuzusehen und wie er dabei wortwörtlich über Leichen geht. Ohne moralisch werten zu wollen, hält der Film unserer heutigen Gesellschaft den Spiegel vor, und das Bild, das sich darin abzeichnet, ist nicht schön. Überrascht hat mich die doch recht starke Kapitalismuskritik - während der Hauptdarsteller zwar scheinbar keine Gefühle im Leib hat, beherrscht er das 1&1 der freien Marktwirtschaft perfekt und bemisst ein menschliches Leben lediglich nach seinem wirtschaftlichen Wert. Schlimm, in der heutigen Welt aber eher der Normalfall. Auch die Bilder sind gut in Szene gesetzt und die Darsteller wirken allesamt authentisch, so dass dieser Streifen für mich schon jetzt ein kleines Meisterwerk ist.