14. Dezember 2015

Eine Woche mit dem OnePlus X

Achtung, es folgt Nerd-Kram, genauer gesagt ein kleiner Erfahrungsbericht zu meinem neuen Smartphone, dem OnePlus X. Bisher war ich ja relativ begeisterter Nutzer eines Nexus 4, nach drei Jahren musste dann doch mal etwas Neues her.

Insgesamt bin ich mit dem OnePlus X sehr zufrieden, trotzdem fange ich mal mit den negativen Punkten an, das geht schneller:
  • OK, es ist mein erstes AMOLED-Display, und so knackig die Farben und so unmittelbar das Display wirken, so übersteuert sind die Farbwerte. Gerade die Rot- und Grün-Werte gehen echt durch die Decke. Im normalen Betrieb ist das schon ok, aber Fotos anschauen hat was von Comic lesen.
  • Ebenso überdreht ist der Sound. Schon in der kleinsten Lautstärke dröhnt die Kiste dermaßen, dass man in geschlossenen Räumen (je nach Klingelton) eigentlich kaum neben dem Telefon sitzen kann. Und die Nutzung als Wecker ist mit dem Risiko einer Herzattacke verbunden.
  • So geil die Glas-Metall-Optik ist, so leicht flutsch das Gerät aus der Hand. Ich bin wirklich kein Grobmotoriker, aber das OnePlus X ohne Cover in jeder Situation sicher einhändig zu halten, ist keine einfache Sache. Ich nutze nun das mitgekaufte Sandstone-Cover, damit lässt sich das Ding zehnmal besser packen und bedienen. Aber natürlich geht das auf Kosten der Optik.
  • Nicht zuletzt hätte ich mir das Telefon noch einen Ticken kleiner gewünscht. Das Smartphone ist zwar nur 0,3 Zoll größer als das Nexus 4, aber die einhändige Bedienung nicht zu jeder Zeit möglich. Ich sage (als eher kleinhändiger Rechtshänder) nur Menü-Button oben links. Dazu kommt, dass das Display fast bis an den Rand geht und man gerade den Hardbutton unten rechts ständig mit dem Handballen auslöst. Das lässt sich mit Verwendung des Covers etwas abmildern.

Das war es dann aber auch an Negativem. OK, der Speicher ist eher knapp bemessen, aber da verschafft eine SD-Karte ja Abhilfe. Und dass sich induktives Laden erledigt hat, finde ich auch schade. Doch nun zu den positiven Punkten bzw. denen, die mir besonders gut gefallen haben:
  • Android-Implementierung: Traurig aber wahr, aber OnePlus schafft es, Android stabiler zu implementieren als Google bei seinen Nexus-Geräten. Ich habe drei Nexus-Geräte daheim und weiß, wovon ich spreche. Ich hoffe, dass das Smartphone auch nach dem Update auf Android 6 noch so stabil läuft. Die wenigen Erweiterungen, die OnePlus durch Oxygen aufspielt, sind durchaus gelungen. Besonders das Ambient Display und Tap-to-Wake gefallen mit gut. Für verzichtbar halte ich SwiftKey, dafür hätte ich mir eine alternative Galerie gewünscht. Aber da kann man ja noch schrauben.
  • Performance & Akku: "Alter" Prozessor hin oder her, das OnePlus X ist schnell und es macht Spaß, damit im täglichen Betrieb zu arbeiten. Und zum normalen Betrieb rechne ich jetzt keine High-End-3D-Games. Und das beste: So wie sich das abzeichnet, hält der Akku deutlich länger als beim Nexus 4, sprich, je nach Nutzung muss das Xer nicht jeden Abend an die Steckdose. Gerade wenn das Smartphone im Standby ist, hält der Akku sehr ordentlich. Beim Nexus 4 war der Akku Abends auch leer, wenn es den Tag über unbenutzt auf dem Schreibtisch lag.
  • Optik: Dass die toll ist, war neben dem eher unberührten Android wohl mein Hauptgrund zum Kauf. Sieht einfach edel aus und nicht so 08/15 wie die meisten Smartphones. Wie oben geschrieben geht das halt leider ziemlich auf Kosten des Handlings
  • Dies und das: Die Screenshot-Funktion finde ich sehr gut gelöst, der Schieberegler ist auch recht praktisch. Nice to have ist auch das integrierte Radio.
Fazit: Für den Preis (270 Euro) eine äußerst gelungene Neuanschaffung, behalten vom Nexus 4 hätte ich gern das farbechtere Display und die kompaktere Größe. Aber sonst: Well done, OnePlus!

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