11. August 2015

Umverteilen für Anfänger

Während beim sogenannten Kita-Streik, den Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst, derzeit eine klassische, gewerkschaftlich organisierte Umverteilung öffentlicher Gelder zugunsten einer Berufsgruppe stattfindet, geben sich in Berlin die Lobbyisten die Klinke in die Hand, wenn es darum geht, privates Vermögen auch ja in privater Hand zu halten. Genau, ich spreche von der Reform der Erbschaftsteuer. Das Verfassungsgericht hatte sich hier ja insbesondere bei der Weitergabe von Firmenvermögen für eine gerechtere Regelung, sprich eine höhere Besteuerung, ausgesprochen. Nur kurz ein paar Zahlen: 2013 wurden rund 250 Milliarden (!) vererbt. Einnahmen Erbschaftssteuer: Keine 5 Milliarden, also rund 2 Prozent (!!). Von ein paar Prozent mehr könnte man verdammt viele Erzieherinnen bezahlen. Im Moment sieht es aber stark danach aus, dass die, die viel haben, auch in Zukunft nur wenig davon abgeben werden und die, die wenig haben (dazu rechne ich im übrigen auch die kommunalen Arbeitgeber), sich mit dem Rest des Habenichtse um die Brotkrumen streiten dürfen, die vom Tisch der Besitzenden fallen. Oder um Warren Buffet, den drittreichsten Mann der Erde zu zitieren: "Es herrscht Klassenkampf, und meine Klasse gewinnt." Und daran wird sich nicht viel ändern, auch wenn die Erzieherinnen am Ende mit 10 Prozent mehr Lohn aus dem Streik gehen.

Zum Thema "Wer regiert die Welt" gibt es derzeit auch noch ein sehr lesenswertes Interview mit dem Schweizer Soziologen und Globalisierungskritiker Jean Ziegler.

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