2. August 2013

"Die gefährliche Frau" von Thommie Bayer – Mal kein Musiker oder Autor als Protagonist

Nicht ganz so heiter – wie schon in "Das Aquarium" schlägt Thommie Bayer in "Die gefährliche Frau" auch düstere Töne an, wenn es um die Vergangenheit der Protagonistin geht. Ja, richtig gehört, der Autor schreibt diesmal in Ich-Perspektive aus der Sicht einer Frau. Keiner gewöhnlichen Frau, sondern einer Dame, die gewerbsmäßig Ehemänner verführt, um deren Gattinnen den Verdacht der Untreue zu bestätigen. Den Sichtwechsel würde ich als gelungen bezeichnen und Bayern nutzt den kritischen Blick ordentlich dazu, über die "Geschlechtsgenossinen" abzulästern. Eine Abrechnung, die man einer männlichen Hauptfigur zuweilen wohl als machohaft oder zumindest als beleidige Leberwurst auslegen würde.

Wie alle von mir bisher gelesenen Bayer-Romane ist auch dieses Buch eine gelungene Mischung aus Freude am geschriebenen und gesprochenen Dialog, und wieder einmal dreht sich alles um die Liebe mit all ihren wunderbaren Momenten und ihren tiefen Abgründen. Den Inhalt des Romans an dieser Stelle zu bewerten, fällt mir aus Angst vor Spoilern schwer - wie so oft hat sich Bayer auch diesmal ein überraschendes Ende ausgedacht, dreht meiner Meinung nach am Schluss aber mal wieder eine Pirouette zuviel. Irgendwie versucht er sich da immer selbst zu übertreffen, dadurch wirkt es für mich aber leicht konstruiert. Trotzdem, ein sehr gutes Buch, das man fast in einem Rutsch durchlesen kann.

Keine Kommentare: