4. März 2013

Mediale Bestandsaufnahme, März 2013

  • Ich lese: Mal wieder recht wild gemischt. Gestern in der Badewanne auf einen Rutsch den Science Fiction-Roman "End of Exile" von Ben Bova. Schon etwas älter, aber eine positive Überraschung und ein wunderbares Bespiel dafür, wie es ein Autor auf nicht einmal 200 Seiten schaffen kann, durch die Beschränkung auf die nötigen Charaktere, eine temporeiche Erzählung und eine gute Story für Spannung und buntes Kopfkino zu sorgen. Einziger Kritikpunkt ist die starke inhaltliche Nähe zu einem weiteren Klassiker der Science Fiction, "Non-Stop", von Brian W. Aldiss. Aber gut, irgendjemand musste das Thema des Generationen-Raumschiffs ja erfinden. Bestens hat mir neulich auch "The World Inside" von Robert Silverberg gefallen, der die Zukunft der Menschheit zusammengepfercht in gigantomanischen Wolkenkratzern sieht – natürlich nicht ohne soziale und politische Nebeneffekte. Was Krimis betrifft, bin ich gerade mitten in "Die Stadt der Toten" von Sara Gran. Etwas arg gehyped, aber "die beste Ermittlerin der Welt" arbeitet wirklich erfrischend und den Stil der Autorin kann man durchaus mögen, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob die Story genug Substanz für die angekündigte Serie hat. Wer leicht übersinnliche angehauchte, dunkle Psychothriller mag und die Charlie Parker-Serie von John Connolly noch nicht kennt und einen Kindle sein eigen nennt, sollte einmal über die kostengünstigen Bundles nachdenken, die Mitte April als (englische) eBook erscheinen werden.
  • Ich sehe: Momentan die dritte Staffel von "The Walking Dead". Auch wenn der Schädelknacker-Faktor mittlerweile schon arg hoch ist, schätze ich immer noch die interessante Endzeit-Vision des Zombie-Dramas. Allein die Tatsache, dass die Überlebenden nur in einem ehemaligen Gefängnis vor den Horden sicher sind, entbehrt ja nicht einer gewissen Ironie. Zudem hat die Serie im Vergleich zur gemächlichen, eher auf gruppendynamische Aspekte fokussierten zweiten Staffel deutlich an Fahrt aufgenommen und fast jede Folge kann mit einem schönen kleinen Cliffhanger aufwarten. Im BluRay-Player lag am Wochenende "Anonymus" von Emmerich, den ich insgesamt doch etwas blutleer fand. Ein Kammerspiel anderer Art, aber sehr sehenswert, ist übrigens "Der Gott des Gemetzels" von Roman Polanski, unter anderem mit Christoph Waltz, mal nicht als Psycho.'
  • Ich spiele: Veranlasst durch das schöne Games-Podcast "Stay Forever" habe ich neulich glatt wieder Alpha Centauri rausgekramt. War mir dann nach zwei, drei Stunden aber doch zu Retro und ich bin auf "Civilization Revolution" auf der XBox umgestiegen, das für Konsolen-Verhältnisse ein echt nettes und flottes Strategiespielchen ist. Erfolgloser beziehungsweise unmotivierter verliefen dann meine Versuche, alte Textadventure-Klassiker, etwa die von Infocom, auf meinem Smartphone zum Laufen zu bringen. Klappt, macht aber mit der Mini-Tatstatur nicht wirklich Spaß.

Keine Kommentare: