21. Oktober 2012

Pinker wird's nicht...

Nadja hat sich neulich zurecht über das Angebot eines Baumarkts aufgeregt - einen Akkubohrer für Frauen, natürlich in pink. Ob sich in rosa als Frau besser Schrauben drehen lassen, ist unklar. Ebenso nebulös ist, was den eigentlich renommierten Carlsen Verlag mit seinen "Graphic Novels for Ladies" geritten hat. Eines der Cover ist so kurios, dass mir bezüglich jeglicher Deutungsversuche die Worte fehlen. Der Titel des Hefts lautet "Ich wär' so gerne Ethnologin" und zeigt eine hübsche junge Frau mit roten Bäckchen, deren Outfit – blaue High Heels und ein kleines Schwarzes – eher zu einer Escort-Dame als zu einer angehenden Studentin passt. Oder vielleicht ist es eben gerade eine junge Frau, die auf die schiefe Bahn geraten ist, aber eigentlich lieber Akademikerin geworden wäre, und zwar in einem meist brotlosen Fach? Fragen über Fragen, denn lediglich zur Graphic Novel for Ladies "Paris" rückt Carlsen mit einer Inhaltsbeschreibung heraus:
"Paris" ist eine europäische Antwort auf 'Sex and the City' - Chick Lit mit den Mitteln der Graphic Novel. Drei Freundinnen suchen ihr Glück in Paris: eine als Model, eine als Sängerin und die Dritte schläft sich einfach nach oben.
Aha. Naja, was sollen Frauen sonst so beruflich in Paris machen als singen, modeln oder Sex mit dem Boss. Es lebe die Emanzipation. Carlsen bemüht sich noch festzustellen, dass der Verlag mit der Serie "weibliche Akzente bei Themen und Stilen" setzen möchte. Fehlt nur noch der pinke Akkubohrer.

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