16. April 2012

Mediale Bestandsaufnahme, April 2012

  • Ich lese: Schon länger „Storm of Swords“ von G.R.R. Martin. Auch dieser (1000seitige) dritte Teil der Fantasy-Saga braucht wie schon der Vorgänger ein gutes Drittel, bis er in Fahrt kommt. Zudem nervt mich langsam der opulente ausschweifende Stil des Autors. Ein Epos um des Epos willen ist eigentlich nicht mein Ding. Aber irgendwie bin ich trotzdem neugierig, wie es weitergeht.
  • Ich lese außerdem: „Himmelsgöttin“ von Christopher Moore. Leichte Kost, Slapstick im Roman-Format. Sehr bildlich, wie gemacht für eine Verfilmung oder zumindest einen Comic. Allerdings komplett ohne Tiefgang. „Außer Dienst“ von Helmut Schmidt. Die erste Hälfte empfehle ich als gute Wiederholung für das Geschichte/Politik-Abi. Die Rahmenbedingungen der deutschen Politik im letzten Jahrhundert werden im Schmidtschen Plauderton erklärt und nebenher erfährt man, dass er nichts von Joschka Fischer hält und Atomkraft gut findet (allerdings vor Fukushima).
  • Ich spiele: „Warp“ auf der Xbox. Gelungenes, kurzweiliges Download-Spiel für 10 Euro, das genau mit der richtigen Mischung aus Geschicklichkeit, Grübelei und Splatter-Faktor daherkommt. Niedliche, genretypische Grafik für alle, die bei der Alien-Hatz schon lange mal den Außerirdischen spielen wollten.
  • Ich sehe: Eher wenig. Das Fernsehen lockt mich nicht mehr hinter dem Ofen hervor. Im Blu-ray-Player fanden sich in der letzten Zeit „Midnight in Paris“ (klasse), „Somewhere“ (hm naja bis banal) und „Tim und Struppi“ (erstaunlich gut umgesetzt). Außerdem verfolge ich die aktuelle Game of Thrones-Staffel und hole die zweite Staffel von Deadwood nach. Und freue mich auf die nächste (letzte?) Reihe Breaking Bad.
  • Ich höre: „Our Version Of Events“ von Emeli Sandé. Findet langsam Einzug in die Mainstream-Playlists, ist aber trotzdem prima. Tolle Stimme, gute Mischung aus poppig und melancholisch langsam.

12. April 2012

Was mich aufregt (Teil 1)

  • Dass es bei den derzeitigen Wohnungspreisen in München selbst für Akademiker mit Kindern kaum mehr möglich ist, an Eigentum zu kommen. Eine 100qm-Wohnung im Neubau schlägt heute selbst in einer Solala-Lage oft mit einer halben Million Euro zu Buche (und ist meist bereits vor dem offiziellen Verkaufsstart unter der Hand vergeben). Wer soll sich das noch leisten außer Erben und sonstigen Millionären? Wer hat Schuld? Münchens OB Ude? Die böse Immobilienmafia? Die FDP? Neureiche Schnösel aus Starnberg?
  • Leute, die ständig Angst vor personalisierter Online-Werbung haben. Mein Gott, was ist denn so schlimm daran, wenn mir der Online-Händler meines Vertrauens maßgeschneiderte Angebote unterbreitet? Wenn etwa Amazon weiß, was ich gerne lese? Werde ich dann beim nächsten Bewerbungsgespräch abgelehnt, weil Amazon denen verraten hat, dass ich gerne billige Pulp-Krimis lese? Man kann diese "Big Brother is watching you"-Hosenscheißerei auch echt übertreiben. Nicht Account-basierte, kontextbezogene Werbung im Browser kann man übrigens durch das Löschen der Cookies / des Verlaufs nach jeder Sitzung ganz einfach vermeiden.
  • Die ewig gleichen Reflexe, wenn es um Israel geht. Grass sagt, Israel darf man nicht kritisieren (was Blödsinn ist, in jeder deutschen Zeitung wurde Israel schon ob dieser oder jener Aktion kritisiert - die Springer Presse vielleicht ausgenommen) und prompt schreibt irgendso ein Springer-Heini, wer Israel kritisiert, will von deutscher Schuld ablenken. Wie im Kindergarten. Und Israel erteilt prompt ein Einreiseverbot, was natürlich die Schizophrenie im Nahen Osten mal wieder trefflichst unter Beweis stellt. Werden Israelis und Araber irgendwann mal verstehen, dass man entweder Frieden schließen oder sonst nur zum 'last man standing' kämpfen kann?
  • Dass mit der zunehmenden Verbreitung und Vereinfachung von Technik auch absolute DAUs in Foren und Bewertungen ihre Meinung zum besten geben. Und sich dann darüber beschweren, dass man beim Kindle die Bildschirmhelligkeit nicht regulieren kann. Die bei Facebook zwar jede systemverseuchende App und jedes Gartenspiel nutzen, aber zu doof dazu sind, Freundschaftsanfragen zu erkennen und zu beantworten. Die Bücher-Foren wie Goodreads nur dazu nutzen, um der Welt mitzuteilen, wie viele Bücher sie schon gelesen haben, bei Diskussionsversuchen über einen Roman aber gleich einen Stalking-Versuch vermuten und lieber stumm bleiben.