"So wenig Zorn war nie. Die Söhne und Töchter betten sich bequem zu Füßen der stolzen Patriarchen, denen darüber die Brust so schwillt, dass sie gleich den zweiten Hemdknopf öffnen müssen. [...] Das klingt, als könnte heute jeder nur maximal so groß werden wie sein Mentor. Die perfekte Imitatio ist also die unsichtbare Wachstumsgrenze der Gegenwartskultur."
Wie ich finde eine sehr interessante These, die sich vom Kunstbetrieb auch gut ins Privatleben übertragen lässt. Die meisten meiner Freunde betrachten ihre Eltern eigentlich als recht coole Hunde, die vielleicht biologisch schon Großeltern sind, dies durch trendiges Styling und dem Zeitgeist angepasste Anschauungen aber meist ganz gut kaschieren. "Schuld" sind bei Illies mal wieder die 68er, die als beste Freunde ihrer Kinder absolut keine Angriffsfläche böten. Interessante These, die meine Generation schon recht treffend charakterisiert. Bin gespannt, ob unsere Kinder uns einmal ähnlich entspannt und lässig wahrnehmen. Und ob ich das überhaupt will.
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