2. Dezember 2009

Mit heißer Nadel

Als Redakteur bei einem Printmagazin ist es eine risikoreiche Sache, über die Druckfehler anderer Zeitungen zu lästern. Bei der achtseitigen "Primetime"-Ausgabe der Sueddeutschen Zeitung, die abends an Bord von Lufthansa-Maschinen verteilt wird, kann ich es mir aber nicht verkneifen. Es beginnt auf Seite 4, wo über die Verteuerung des Airbus-Militärtransporters A400M berichtet wird, dessen Stückpreis (!) sich laut SZ von 20 auf 27,4 Milliarden Euro erhöht hat. Eine kurze Recherche ergibt, dass diese Summe sich auf die Gesamtheit aller 180 bereits georderten Flugzeuge bezieht. Ein Stück kostet also rund 150 Millionen. Naja, ist ja nur ein Unterschied von knapp 27.250.000.000 Euro. Da kann man sich schon mal vertun. Dass sich die Primetime-Leute mit Zahlen schwer tun, zeigt ein Blick auf die Wettervorhersage: Wüstenklima in Ostbayern am 2. Dezember.

Und noch ein Nachtrag zur Politik: Die APPD schlug ja mal vor, Deutschland in Bevölkerungs-Zonen einzuteilen. In dem einen Gebiet leben nur saufende Hartz-IV-Empfänger, im anderen redliche Manager-Typen und im nächsten knüppeln sich Antifa-Kids und Neonazis von früh bis spät. Dass so eine Einteilung keine Illusion sein muss, zeigt derzeit die Schweiz und bietet sich xenophoben, engstirnigen Kleinbürgern mit Hang zur Abschottung und Erbsenzählerei als neue Heimstatt an. Bei drei Minaretten im Land ist das Fass voll. Also, alle die von den bösen Moslems schon lange die Schnauze voll haben, ab in die Schweiz. Bravo, Helvetia!