16. Mai 2009

Farbtupfer

Als ich neulich auf meinem MP3-Player (kein iPod) den Song "Beautiful Day" von U2 hörte, kam mir - zugegebenermaßen nicht gerade optimistisch denkend - in den Sinn, dass ja nicht unbedingt jeder Tag ein wunderbarer ist. Keine Angst, es wird eine lustige Geschichte: In meinem letzten Leben als Mädchen für alles in einer Hausverwaltung hatte ich eine Zeitlang eine Kollegin, die als Bürokraft hier und dort aushalf. Die Frau war blond und sehr klein. Meiner Erfahrung nach stehen kleine Frauen oft auf besonders große Männer und fahren entweder Motorrad oder ein großes, buntes Auto. Wie das bei der Bürohilfe mit dem anderen Geschlecht war, weiß ich nicht genau, auf jeden Fall ließ sie mich als Semi-Zwerg links liegen, was meine These zumindest nicht entkräftet. Mit dem Auto lag ich aber goldrichtig, sie fuhr nämlich einen grellgelben Sportwagen, ich glaube es war ein BMW.

Nun, besagte Dame hatte einmal einen nicht so "beautiful day": Sie kam morgens ins Büro und stellte ihren Wagen auf dem Parkplatz im Hinterhof ab. Im dritten Stock des angrenzenden Gebäudes wurde gerade eine Wohnung renoviert und Bauhelfer Ibrahim war zu faul, die Farbeimer durchs Treppenhaus zu tragen und zog sie lieber an einem Seil an der Fassade hoch, um sie dann durchs Fenster zu hieven. Man ahnt, was kommen musste: Ein 10l-Eimer entriss sich dem Strick, segelte durch den lauen Herbstvormittag und explodierte auf dem Hofboden direkt neben, nun ja, dem Sportwagen. Dessen linke Seite und Unterboden schlagartig die Farbe von gelb zu weiß wechselte. Die kleine Frau sah nach dem Knall fassungslos aus dem Fenster, stürmte durch das Treppenhaus in den Hof, starrte mit weit aufgerissenen Augen auf ihren Boliden, setzte sich verzweifelt auf eine Stufe und stammelte leicht wimmernd nur folgenden Satz hervor: "Was ist das doch für eine Scheiß-Kotzi-Welt".

Mit dieser lauen Anekdote verabschiede ich mich in den Urlaub, um dort auf Empfehlung eines in diesem Blog recht aktiven Kommentators bedeutend ruhiger zu werden. Diesmal geht es nach Sardinien, wo wir im Südwesten auf einer kleinen Insel vor der großen Insel bis Ende Mai versuchen werden, ohne Internet und Telefon zu leben.

1 Kommentar:

Mary Malloy hat gesagt…

Gute Reise und Vorsicht vor Farbeimern, nimm lieber Sonnencreme! ;)