21. April 2009

Galopp auf Station 6


Man sieht sich im Leben ja immer zwei Mal.
Die lustigen Essens-Karten im Klinikum Rechts der Isar, deren Bekanntschaft ich Ende Februar machen durfte, ähneln in frappierender Weise den alten Wettscheinen beim Pferderennen in Riem. Dasselbe Format, die gleichen rechteckigen Felder, die man mit dem Kuli ganz ausmalen musste. Die Karten wurden dann in den so genannten "Totalisator" gesteckt, wohl der Vorläufer eines zentralen Servers, der dann anhand der abgegebenen Tipps die endgültigen Quoten berechnete. Auch damals ging es um Chancen, Risiken, Enttäuschung und Freude, und man konnte nie so genau wissen, wie das Rennen ausging.

20. April 2009

Warten auf den Spielverderber

Schön, dass es offenbar immer jemanden gibt, der sich auf dem internationalen Parkett freiwillig zum Deppen der Weltdiplomatie macht. So derzeit wieder einmal Irans Präsident Ahmadinedschad, der den westlichen Regierungen eine Steilvorlage nach der anderen liefert, um an der Seite der Castro-Brüder und Hugo Chavez verbissen seine Position als Rechtsaußen der Staatengemeinschaft zu verteidigen. So weit so klar. Dass bei dem Iraner wohl nicht nur eine Großmannssucht-Schraube zu fest angezogen ist, dürfte auch den meisten Politik-Laien offensichtlich sein.

Trotzdem lohnt es sich, einmal genauer hinzuhören: Im Kern hat Ahmadinedschad (neben den gewohnten Holocaust-Relativierungen) Israels Regierung als rassistisches System gegeißelt. Einen Staat der – und das bezweifeln wohl nur noch glühende Israel-Freunde – einen ethnisch-religiösen Teil seines Volkes nach und nach enteignet und von demokratischen Wahlen fernzuhalten versucht. Dieser Vorwurf des Rassismus bewog die meisten Delegierten der Anti-Rassismus-Konferenz der UNO dazu, den Saal zu verlassen. Es stellt sich die Frage, was passieren würde, wenn Deutschland Staatsbürger türkischer Herkunft enteignen würde und das Wahlrecht entzöge. Ob dann nicht doch der eine oder andere Drittstaat oder das eine oder andere Medium mit dem Rassismus-Vorwurf hantieren würden.

Beim Formulieren solcher Gedanken macht sich mir ein flaues Gefühl in der Magengrube breit. Wissend, dass mir der Großteil einer Nazi-Demo mit umgehängten Palästinenser-Tüchern wohl zustimmend auf die Schulter klopfen würde. Trotzdem hat die oben formulierte Frage meiner Ansicht nach ihre Berechtigung. Wer die Spirale ewiger Gewalt durchbrechen will, sollte den Mut haben, eine ehrliche Bestandsaufnahme zuzulassen. Und dass die gegenwärtige israelische Politik wenig Hoffnung auf Verständigung lässt, müssten eigentlich auch die Gesandten wissen, die als erste empört von ihren Sitzen aufgesprungen sind.

19. April 2009

Hauptfriedhof Mainz


Bildbearbeitung kann jeder, ich weiß. Es ist aber trotzdem eine gute Möglichkeit, um aus kleinen Handycam-Bildern mit leichter Unschärfe noch etwas Interessantes zu machen.