10. Februar 2009

Die See ruft

Es ist immer schön, einen bisher "unbekannten" Schriftsteller neu für sich zu entdecken. Ganz besonders klasse ist es, wenn es der Autor vermag, einen schon nach wenigen Seiten zu begeistern. Aktuell tut dies James Hamilton-Paterson und sein Buch Seestücke - Das Meer und seine Ufer. Eine Mischung aus Reisebericht, wissenschaftlicher Abhandlung und Prosa, in manchmal sehr poetischen Worten. Es ist schwierig, einzelne Absätze aus dem dichten Kontext zu reißen, ich will es jedoch trotzdem versuchen:
"Die See ist zu eng verknüpft mit Vergangenem, mit Sommerurlauben, einmal im Jahr Genossenem oder auch Liebesabenteuern, um einfach ein Ort wie jeder andere zu sein. Wir wühlen in einem Wintermonat im Schrank nach irgend etwas und stoßen statt dessen auf ein Paar Schuhe, aus denen Sand rinnt wie aus einem gesprungenen Stundenglas. Sofort werden wir von Erinnerungen überschwemmt. Wir hören beinahe draußen vor dem Fenster die Brandung in Wellen brechen, die über Felder und Großstadtstraßen gekommen sind, um uns zu finden."
Sensationell auch die fast schon fantastisch anmutende Passage, in der Hamilton-Paterson beschreibt, wie er sich in einer Vollmondnacht im Riff treiben lässt, um dessen Geräusche und Schwingungen besser wahrzunehmen. Bin schon gespannt auf seine anderen Werke, die auch alle in irgendeiner Weise vom Meer handeln.

Kommentare:

Groovechampion hat gesagt…

Ziemlich schwülstig/kitschig. Naja, kein Wunder bei einem mit Doppelnamen. Beste Grüße, Dein Karl-Heinz Groove-Champion

Lars hat gesagt…

Wie du sicher schon gegoogelt hast, heiße ich ja Lars-Christian. Von daher scheint deine Theorie zu stimmen...