28. November 2008

Kaufberatung

Gestern im PLUS. Unrasierter Lulatsch, Klischee Langzeitstudent, steht vor der Tiefkühltruhe und findet die Preise für die Pizzen nicht. Fragt die Verkäuferin. Verkäuferin schiebt die Preiszettel hin und her, findet aber auch nichts. Student will wissen, welche denn die günstigste Pizza sei. Verkäuferin, gebrochen deutsch redend, weiß es nicht genau. Empfielt eine Pizza, die ihr gut schmeckt, meint aber, die sei nicht die Billigste. Student steht weiter unentschlossen vor der Truhe und schiebt den Deckel auf und zu. Die anschließende Frage der Verkäuferin habe ich bisher nur beim Kauf eines Anzugs oder eines neuen Notebooks erlebt: "Wieviel wollen Sie denn ausgeben?" Student: "Hm, ja, hm, weiß nicht, keine Ahnung, hm, kommt drauf an...". Verkäuferin schmeißt ihr Bodenputzgerät wieder an. Student steht noch eine Weile vor dem Kühlregal und geht schließlich. Die Verkäuferin ruft ihm noch hinterher, dass er ja an der Kasse nach dem Preis fragen kann.

24. November 2008

Echte Werbung für echte Männer

Alt aussehen lassen die beiden folgenden Anzeigemotive aus der aktuellen WIRED all das, was für gewöhnlich im deutschen IT-Blätterwald als gute oder lustige Werbung verkauft wird. Das erste Beispiel kommt als ein Mini-Bastelset daher, bei dem man den seiner Meinung nach passenden Kühlergrill auf den dicken Jeep kleben muss. Unter dem Sticker kann man dann sehen, ob man mit der Automarke richtig lag.



Kernig dann die Anzeige für den Männerwhisky, der die alten Zeiten heraufbeschwört, in denen Männer noch keine rosafarbenen Cocktails sondern echten Schnaps getrunken haben. Die recht haarigen Bilder verdeutlichen allerdings, dass diese glorreiche Epoche wohl so bald nicht wieder kommt.

23. November 2008

Sonntagsbeschimpfung

Dass ich Silvio Berlusconi für ein Riesenarschloch halte, mag nichts Neues sein. Zum zweiten Mal seit der Wahl Barack Obamas machte Italiens Vorzeigepolitiker nun lustige Bemerkungen über dessen Hautfarbe. Bei gelifteten Mitt-Siebzigern, die ihre Sozialisierung noch vor dem Zweiten Weltkrieg erfahren haben, vielleicht wenig verwunderlich. Ich bin allerdings heilfroh, dass wir in naher Zukunft von derartigen Typen schon aus rein demographischen Gründen mehr und mehr verschont bleiben dürften.

11. November 2008

Kleinkinder gegen Atomkraft

Bin ich eigentlich der Einzige, der ein komisches Gefühl hat, wenn Zwerge, die noch kaum reden, aber immerhin schon ein Schild hochhalten können, von ihren politisch aktiven Eltern auf Demos geschleift werden? Ist es gut, den Nachwuchs, wenn er von Politik noch keine Ahnung hat, mit der Erzieher-Meinung auf die Straße zu setzen? Klar, irgendwie prägt man seine Kinder wohl immer, aber zwischen Sonntagsreden im Wohnzimmer und Massendemos in der Fußgängerzone mit dem dazugehörigen Medienaufmarsch besteht meiner Meinung nach doch ein ziemlicher Unterschied. Dabei ist es mir recht egal, ob es vokstümelnde Nazi-Muttis oder linkskommune Vollkorn-Papis sind, die ihren Erben schon mit zwei Jahren einen Grundkurs in politischer Agitation verpassen. Irgendwie ist mir das suspekt und die Kinder tun mir leid. Hat was von Kadergehorsam und Sippenhaft.