23. Oktober 2008

Man könnte, wenn man wollte













Wenn man wollte, könnte man derzeit ja über vieles diskutieren. Zum Beispiel darüber, ob Amazons Kindle wieder nur der nächste erfolglose Versuch ist, mit einem lieblosen Plastikbrett dem doch so angenehmen und praktischen Buch den Rang abzulaufen. Oder ob die Möglichkeit, Romane und Zeitungen jederzeit über das Telefonnetz zu beziehen, nicht doch eine ganz attraktive Komponente hat. Ob man das Ding als linksliberaler, humanistischer Wertkonservativer toll oder doof finden soll.

Man könnte auch darüber reden, warum der diesjährige Nobelpreisträger Le Clézio zwar in Frankreich sehr erfolgreich ist, hierzulande aber von doch eher unterschiedlichen Personen wie Marcel Reich-Ranicki, Sigrid Löffler und Harald Martenstein als "nicht gelesen", "langweilig" und "Tropenkitsch" klassifiziert wird und ob das etwas mit einer spezifisch deutschen Wahrnehmung von (großer?) Literatur zu tun hat.

Letztendlich wäre auch eine Analyse interessant, warum mir meine Gene so wenig Begeisterung für Design mitgegeben haben und mich die neueste Ausgabe des ZEIT-Magazins, in der es seitenweise um das Design von Stühlen geht, unglaublich langweilt. Wo doch die Frage viel interessanter wäre, warum wir ein bestimmtes Erscheinungsbild zu bestimmten Zeiten schick, zu anderen Zeiten aber altmodisch finden, und warum in diesem Zusammenhang sowohl die Brille mit dickem Rand als auch der String-Tanga anscheinend ihren modischen Zenit überschritten haben. Und ob es zwischen diesen beiden Objekten einen Zusammenhang gibt.

Ja, man könnte, wenn man wollte, aber Wörter quillen aus allen Ritzen, Blogs und Foren, und irgendwie hat man zum Schreiben gar keine Lust mehr. Oder gilt doch das alte Zitat von Karl Valentin?

"Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen."

1 Kommentar:

dieNadja hat gesagt…

Hm.
Jetzt hast Du so schöne Krakelzeichnungen gemacht und es kommentiert trotzdem keiner...