1. Juli 2008

Grünes Biermonopol

Also wenn es eine Biersorte gibt, die zumindest in München die annähernde Monopolisierung des Marktes erreicht hat, so ist das die altehrwürdige Augustiner-Brauerei mit ihrem Hellem, aufgrund des Etiketts in Kennerkreise auch als "grüner August" bezeichnet. Egal wo man sich einfindet, ob auf einer wilden Studentenparty, Vatis Grillfeier oder der Feierabendrunde polnischer Bauarbeiter, ÜBERALL wird zum grünen August gegriffen. Mein Problem bei der Sache: Es schmeckt einfach zum Kotzen. Ist das eher seichte und lacke Helle an sich schon nicht arg berauschend, besticht das Augustiner-Erzeugnis durch einen besonders schalen Geschmack, der vor allem jenseits einer Trinktemperatur von 5°C an eine Mischung aus kaltem Achselschweiß und Putzeimerwasser erinnert. Ich bringe mir mittlerweile zu Feiern mein eigenes Bier mit, weil ich die Plörre spätestens seit dem 23. Semester nicht mehr sehen kann! Trotzdem trinkt es einfach JEDER, weil es DAS Bier Münchens ist. Gerade "Zugroaste" meinen, damit ihre Verbundenheit mit München unter Beweis stellen zu können. Zugegebenermaßen ist die bauchige Flaschenform fast schon wieder Kult, wo doch 90% aller Brauerein ihren Sud mittlerweile in "Longneck"-Flaschen abfüllen. Trotzdem gilt: Wer mir noch EIN MAL einen grünen August serviert, kann sich Einladungen zum Poker oder zu Diskussionsrunden von Aristoteles' Politeia in Zukunft sparen. Ich meine es ernst!

P.S. Um Kritikern mit meiner jämmerlichen Inkonsequenz eine würdige Angriffsfläche zu bieten, sei an dieser Stelle erwähnt, dass das Exportbier von Augustiner, der Edelstoff, deutlich besser schmeckt und in Notlagen durchaus getrunken werden kann. Auch ganz hübsch ist die Retro-Webseite der Brauerei. Um nicht nur zu schimpfen...

Kommentare:

Simon hat gesagt…

Keine Kommentare in Lars Blog? Ungewöhnlich! Lesen Lars Blog nur Warmduscher und Beckstrinker? Ich widme der Kritik dieses Beitrags sogar ein eigenen Beitrag - hier stimmen alle stillschweigend zu?

Lars hat gesagt…

Interessante Recherche in deinem Blog, dass Augustiner keine Werbung macht und trotzdem am meisten Bier verkauft, ist wirklich erstaunlich. Naja, eben DAS Bier Münchens. Im Übrigen kann ich bestätigen, dass dieses Blog keiner liest außer dir, meinem Opa und sporadisch einem ehemaliger Aficionado aus Frankfurt.