22. April 2008

Starke Sätze

(...) als seine Tochter als verheiratete Frau aus der Kirche trat und er in ihren Augen mehr Hoffnung las, als es seines Wissens überhaupt gab (...)
Julian Barnes: Der Zitronentisch

Ich dachte an den gestrigen Abend auf dem Nockherberg, an diese immer gleichen Momente, jedes Jahr von neuem, an die Sommertage, die diese Stadt veredelten. Wenigstens in meiner Vorstellung. An die Langsamkeit, an das Dasitzen und Zeit-verstreichen lassen, an die Ordnung der Dinge, die aus nichts als einem Stuhl und einem Tisch bestand, an die vertrauten Geräusche, Schritte auf Kies, Stimmengebrumm, das Klirren der schweren Glaskrüge, Rufe, wenn einer zu spät kam und in der Menge Ausschau hielt.
Friedrich Ani: Süden und das Gelöbnis des gefallenen Engels

Aus dem Fotoingenieur hätte ein Medizinier werden sollen - das Studium in Siena hat ar abgebrochen, aus Heimweh. Sieben Tage ohne Elba ist das Maximum für Massimo; die Insel verlässt er nur des Nachts, gesteht er, weil er den Abschied im Sonnenschein nicht überleben würde.
Peter Roos: Mein Elba. In der ZEIT Nr. 17 / 2008

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