17. April 2008

Prädikat "Besonderes wertvolles Prädikat"

Gerade beim Genre der Reiseliteratur gefällt es mir gut, wenn sich ein Text eher durch stilistische Einfachheit als durch wagemutige Vergleiche und ausgefallene Wortwahl hervorhebt. Komplizierte Satzverschachtelungen und blumige Metapher lenken mich nur vom (hoffentlich guten) Inhalt ab. Knappe, klare Sätze, die sich aber trotzdem die nötige Zeit zur Beschreibung lassen. So wie es Bruce Chatwin getan hat und dessen Kollege Paul Theroux noch heute tut. Bei deutschen Autoren fällt mir hier Bartholomäus Grill ein.

Schnell stellt sich bei mir aber eine große Genervtheit ein, wenn mich in einem Artikel nacheinander die folgenden, vor Kreativität sprudelnden Ausdrücke anspringen:
  • "Auf dem Teller kommen zart gedünstete Barrakuda-Steaks zu liegen, benetzt von (...), umkränzt von (...)"
  • "Ein Pärchen Sáo-Tomé-Eulen kobolzt durch die Krone eines Jackfruit-Baumes (...)"
  • "Das Gesprüh der zerstäubenden Tropfen tuscht einen kleinen Regenbogen auf die Wand aus Vulkangestein."
Nachzulesen in einem inhaltlich durchaus gelungenen und symphatisch erzählten Artikel von Claus-Peter Liekfeld in der letztwöchigen ZEIT über Sao Tomé. Interessantes Thema, für mich aber unglaublich strapaziös zu lesen. So. Damit ich auch mal über die ZEIT und ihre Autoren gemeckert habe...

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