28. Januar 2008

Verschwitzte Hessen-Wahl

Also wenn man beim Eishockey direkt hinter der Teambank sitzt, ist das einerseits ganz interessant, weil man das Verhalten von Spielern und Trainern genau beobachten kann und so nah am Eis auch die hohe Geschwindigkeit des Sports viel anschaulicher wird. Andererseits erinnerte mich der Geruch der transpirierenden Spieler Marke "Käsefuß" doch stark an die Jungsumkleide beim Schulsport. Nächstes Mal dann also doch lieber ein paar Ränge weiter oben. Die Anzeige der Prognose zur Hessen-Wahl auf den Stadionmonitoren hatte übrigens keine Auswirkung auf das Spielgeschehen.

22. Januar 2008

(Weniger) Brot und (mehr) Spiele

Bei einem Blick auf die aktuelle Lage an den Börsen kann man eigentlich nur zu dem Schluss kommen, dass das Handelsparkett der größte Kinderspielplatz der Welt ist. Dagegen sind Lotto, Pokern, Kampfmurmeln oder auch Fußball ja hochwissenschaftliche Disziplinen. A propos Fußball: Seit Sonntag laufen in Ghana die Afrikameisterschaften. Auch wenn ich ungern das Klischee "Afrika=Chaos" bemühe: Es ist schon witzig, wenn die Spieler beim Eröffnungsspiel aufgrund eines kreativ gemähten Rasens bis weit über die Knöcheln im Gras versinken oder beim gestrigen Match Mali-Benin aufgrund eines Stromausfalls die Hymnen ganz unbeeindruckt im Dunkeln abgefiedelt werden. Börti Vogts macht ja als Trainer von Nigeria mit. Die stehen nun zwar recht sicher in der Abwehr und können hammerharte Freistöße schießen, Kreativität und technische Spielereien sieht man aber leider nur noch selten. Wenn das Globalisierung sein soll, pfeif ich drauf.

14. Januar 2008

Das Stuhlparadoxon

Woran liegt es eigentlich, dass, vor einem Stuhl stehend, diesem zugewandt, die Knie leicht gewinkelt und den Oberkörper gebeugt, die Arme immer zu kurz sind, um einen hinter die Lehne des Stuhls gefallenen Gegenstand zu greifen? Ist das eine DIN? Oder sind neben meinen Beinen auch meine Arme zu zwergig? Um das Problem deutlich zu machen, nebenstehend eine erklärende Zeichnung:

P.S. Anzüge sehen bei Herrren meist erst ab einer gewissen Beinlänge richtig gut aus. Und: Was kostet mehr Energie, wenn ich den Hahn erst laufen lasse, um den Wasserkocher dann schon mit heißem Wasser zu befüllen, oder wenn ich kaltes Wasser zum kochen bringe?

11. Januar 2008

Der Afrika-Meister spricht

Bartholomäus Grill setzt sich in der aktuellen ZEIT (leider nur in der Printausgabe, 03/2008 auf Seite 8) wieder einmal sehr kompetent mit dem Thema Afrika und insbesondere den Unruhen in Kenia auseinander:
"Analytiker sehen schon einen Stammeskrieg heraufziehen, dieser Begriff liefert eine jener wohlfeilen Erklärungen, die auf alle Konflikte in Afrika angewandt werden: Sie sind eben so, die Schwarzen, kaum dürfen sie frei wählen, schon schlagen sie sich die Schädel ein, so wie sie es immer schon getan haben. Jenseits dieser rassistischen Klischees ist allerdings die Frage durchaus berechtigt, ob demokratische Wahlen die ethnischen Gegensätze in Vielvölkerstatten verschärfen. Lässt sich die pluralistische Demokratie nach westlichem Muster so einfach auf Afrika übertragen? Kann man sie implementieren wie ein Impfprogramm? (...) Aufgestachelt von selbstsüchtigen Politiker gehen plötzlich Menschen aufeinander los, die bislang verträglich zusammengelebt haben. Besonders enthemmt sind die jungen, hungrigen, zornigen Männer, sie sehen sich durch den Wahlschwindel um ihre Hoffnungen auf eine bessere Zukunft gebracht. Der eigentliche Nährboden ihres Hasses ist also die Armut, nicht die ethnische Besessenheit."
Wie wahr. Mit der Bedeutung des letzten Satzes sollte sich (bei einer Erweiterung der Begriffe Armut und Ethnie) in der gegenwärtigen Debatte um Jugendkriminalität auch so mancher deutsche Politiker einmal genauer auseinandersetzen

9. Januar 2008

5 Themen

zu denen ich mich hier in nächster Zeit NICHT (mehr) äußern werde:
  • Rauchverbot (die Argumente sind so durchgekaut, dass der Kiefer schmerzt)
  • Roland Koch (zu ihm fällt mir einfach nichts mehr ein)
  • Obama vs. Clinton (der Medienhype ist nun wahrlich schon groß genug)
  • Mein Super-Duper-Smartphone SE P1i (auch wenn ich dazu viel zu sagen hätte)
  • Stiefel an Frauenbeinen (obwohl meine Stiefel-Ballerinas-Theorie interessant ist)

3. Januar 2008

Das Abonnement in Zeiten der Arbeitslosigkeit

Welchen Stellenwert Arbeit hat und welch Schreckgespenst Arbeitslosigkeit ist, lässt sich gut an meiner bevorzugten Methode ableiten, um telefonische Abonnementverkäufer abzuwimmeln (ja, ich nehme gern die Möglichkeit von Probeabos wahr): Wann immer mir einer der meist sehr höflichen Telefondrücker (kumpelhaft locker der Mann von der taz, vornehm zurückhaltend der Beauftragte der WELT) ein supergünstiges Angebot zum weiteren Bezug der Zeitung anbietet, sage ich: "Tut mir leid, ich bin zur Zeit auf Arbeitssuche (was nicht gelogen ist) und kann mir keine Zeitung leisten (was zumindest Definitionssache ist)."

Eine Sekunde betroffenes Schweigen am anderen Ende der Telefonleitung. Ein Prekariatselend zwischen ALG II und verwahrlosten Kindern tut sich vor dem Auge des Callcenter-Mitarbeiters auf. Die Antworten schwanken zwischen einem mitfühlenden "Oh das tut mir leid", einem korrekten "Dafür habe ich vollstes Verständnis" und im mitleidslosesten Fall einem "Naja, vielleicht dann irgendwann später". Auf jeden Fall ist das Verkaufsgespräch sofort beendet. Könnte natürlich passieren, dass ich irgendwann einmal in einer Kartei für Langzeitsarbeitslose lande und mir nie mehr ein Probeabonnement geliefert wird.

2. Januar 2008

Die Raucher ziehen weiter, die CSU schläft

Endlich äußert sich auch Joseph von Westphalen zum Rauchverbot, und schöner kann man die Argumente fürs Rauchen eigentlich gar nicht zusammenfassen. Dem Autor geht es nicht, wie die jammernde Raucherlobby lamentiert, um den Verlust der Freiheit, die nun sogar mit einer lachhaften Berufsverbot-Klage gerettet werden soll, sondern um das "Recht auf Unvernunft". Hier der ganze Text in der heutigen Süddeutschen Zeitung:

http://www.sueddeutsche.de/muenchen/artikel/796/150424/

Darin zeigt sich JvW schwer enttäuscht von der CSU, die als Festung der Tradition ja eigentlich zum Wirtshausqualm hätte stehen müssen. Ob es der Lederhosen auch bald an den Kragen geht? Mit dem Laptop ist es seit dem Ausscheiden von Herrn Stoiber nicht mehr so gut bestellt, denn eigentlich wollte ich meine verehrte Leserschaft zum Jahresanfang hier mit dem neuen, grandiosen CSU-Plakat "Gemeinsam für Bayern" beglücken, das aber noch nirgendwo im Netz zu finden ist. Auch nicht auf der Homepage der CSU, wo man sich im Pressebereich noch immer Fotos von Stoiber (mit Krawatte oder leger!) herunterladen kann. Von Becki und Erwin keine Spur. Sind die Webmaster alle mit nach Brüssel gegangen?