12. Dezember 2007

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Neger

Die Irritationen um den EU-Afrika-Gipfel sind ja wirklich lustig, wenn es nicht gleichzeitig so traurig wäre: Dass Angie Merkel den zimbabwischen Präsidenten Mugabe wegen der katastrophalen Lage in seinem Land schimpft, ist einerseits mutig, andererseits aber auch risikolos, denn dass Mugabe (außen-)politisch nichts mehr reißt und trotzdem an seiner Meinung festhält, ist klar wie Kloßbrühe. Eher lassen sich die Castro-Brothers bei einem Staatsbankett im weißen Haus blicken, als dass der Ex-Befreiungskämpfer ein gutes Wort über die ehemaligen Kolonialmächte verliert.

Man hört, dass Afrika und Europa "auf Augenhöhe" diskutiert hätten. Aha. Worüber denn? Irgendwie ging es um Zölle und bevorzugte Wirtschaftsbedingungen. In die Presse schaffen es dann aber doch die Schimpftiraden des zimbabwischen Informationsministers. Von einem Mann, von dem bisher, wie vermutlich von jedem anderen Minister südlich der Sahara, in der europäischen Presse wenig bis gar nichts zu lesen war. Dass allerdings nicht nur Despoten der Hut hochgeht, wenn Europa mal wieder über Menschenrechte referiert (ich erlaube mir nur den Hinweis auf humanitäre Glanzleistungen im Umgang mit den Bootsflüchtlingen im Mittelmeer), zeigen auch die Reaktionen eher gemäßigter afrikanischer Politiker wie Thabo Mbeki.

Also alles wie gehabt. Ab und zu lässt man sich mal mit den Schwarzen sehen, bekundet guten Willen und schüttelt Hände. Am lustigsten ist es aber immer noch, wenn die Jungs sich wie Kinder benehmen. Die Neger halt.

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