10. Oktober 2007

Terror mit dem Nudelholz

Im Rummel um die optische Neugestaltung der FAZ vergisst man leicht, dass wenigstens DIE WELT noch zu den rechtskonservativen Büchsenspannern der Nation gehört. In ihrer gestrigen Ausgabe gibt sich das Hamburger Blatt auf Seite 3 als großer Freund der schäubleschen Online-Durchsuchung zu erkennen. Während in einem Einspalter die Datenschutz-Bemühungen einiger FDP-Politiker noch recht harmlos als "klagefreudig" und die Ansichten des Bundesverfassungsgerichtes mehrfach als "streng" bezeichnet werden, geht man in einem Interview mit Ex-BKA-Präsident Zachert in die Vollen. Der Warner erster Güte reiht sich in Schäubles Atom-Endzeit-Szenarios ein und bemerkt: "Ich möchte nicht Kassandra spielen, aber wir werden nicht von einem Anschlag verschont bleiben. Müssen erst Hunderte von Toten auf der Straße liegen? Dann wird sich niemand mehr gegen das neue BKA-Gesetz [inkl. Online-Durchsuchung, Anm. d. Aut.] stellen". Klingt irgendwie so, also würde er den Anschlag am liebsten selbst erledigen, damit sich endlich mal was tut.

Dass von Seiten der Polizei auch durchaus Lesenswertes kommen kann, erfährt man bei den Pressemitteilungen des Münchner Polizeipräsidiums. Etwas bemüht lustig, aber trotzdem ganz nett heißt es dort über einen angetrunkenen Familienvater: "Da in diesem Fall keine polizeiliche Vorschrift Anwendung findet, kann aufgrund des wenig erfreuten Gesichtsausdruck der Mutter die Ahndung per Bratpfanne oder Nudelholz vermutet werden."

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