23. Oktober 2007

Systembeobachtungen

Die Nettolöhne liegen so niedrig wie seit zwanzig Jahren nicht mehr, die Inflation jedoch steigt deutlich. Die Krankmeldungen bewegen sich im marginalen Bereich, der DAX befindet sich in luftigen Höhen. Wer keine Arbeit hat, bekommt vom Staat so wenig Unterstützung wie möglich, wer einen Job hat, arbeitet so viel wie noch nie. Der Vorzeige-Arbeitsnehmer ist flexibel bis zur Selbstaufgabe, Familie und Feundeskreis hat er oft schon aufgegeben. Irgendwie verständlich, dass für immer mehr Menschen das nicht die Welt ist, in der sie leben wollen. Und verwunderlich, dass die Linkspartei nur bei 10% rumgurkt.

Kommentare:

Harald hat gesagt…

"Wie wollen wir leben?" heißt diese Woche der entsprechende Artikel in der Rubrik Politik in der "Die Zeit".

Der Schluss, dass die Linkspartei ein Mittel zur Lösung der Probleme wäre, ist aber falsch. Deshalb gibt es wohl auch nicht mehr Zuspruch...

Lars hat gesagt…

Ja, der Artikel in der ZEIT ist gut, wenngleich er generell eher in Richtung "Entschleunigung" geht. Die Linkspartei sehe ich auch nicht als Mittel zur Lösung der Probleme, es wundert mich bloß, dass deren Populismus nicht mehr verfängt. In der taz wurde neulich eine Umfrage veröffentlicht, wonach eine Mehrzahl der Deutschen denkt, dass es hier nicht gerecht zugeht. Aufs Wahlverhalten scheint sich diese Meinung aber nicht auszuwirken.

Groove hat gesagt…

Dein Ansatz ist wahrscheinlich die Umverteilung per Staat. Hat in der Vergangenheit auch nicht gewirkt und war auch nicht unbedingt gerechter. "Unser Freizeitpark soll gerechter werden" funktionierte auch nur dann, wenn die Besucher nicht so süchtig nach dem Riesenrad wären.

Lars hat gesagt…

Umverteilung war jetzt gar nicht das, worauf ich hinaus wollte. Generell ging es mir eher um die Rolle der Arbeit und den Stellenwert, den "die Wirtschaft" im politischen System einnimmt. Mir ist schon klar, dass Unternehmen gewinnorientiert arbeiten müssen, allerdings muss es auch irgendwo Grenzen geben, ein noch Mehr an Gewinn führt auf irgendeiner Seite zu irgendeiner Art von Verlust. Wie superflexibel, belastbar, und risikofreudig kann/soll/muss man als Arbeitnehmer denn sein, bis es irgendwann an die Substanz geht?