14. September 2007

Die letzten echten Männer

Manche Berufe bedingen wohl ein ganz bestimmtes Aussehen des Angestellten. Ein solcher Fall sind Schuh- und Schlüsseldienste. Eine interessante Frage wäre in diesem Zusammenhang, warum sich branchentechnisch gerade Schuhreparateure und Schlüsselschleifer zusammen getan haben. Doch das vielleicht ein andermal, zurück zum Menschen, der hinter dem Verkaufstresen steht: Es ist immer ein Mann. Und was für einer. Die leicht ergrauten Haare wild und ungebremst, auch die auf der Brust, hervorquellend durch das weit aufgeknöpfte Hemd. Den Arbeitskittel nachlässig gebunden, im Gesicht ein Schnauzer. Obligatorisch die goldene Halskette oder zumindest ein bestechendes Armband. Höflich tritt man mit seinem Anliegen an sie heran, stets fürchtend, abgewiesen zu werden oder zumindest einen besonders heftigen Wutausbruch zu provozieren. Sind alle besonders kernigen Schlüsselpolierer bei Mister Minit, weil die Profession der Hufeisenschmiede längst ausgestorben ist? Geben sich die Schuhsohlenhandwerker deswegen so männlich, weil in ihren kräftigen Händen oft zarte Damenschuhe der Bearbeitung harren und sie sich eigentlich dafür schämen, ihre Aufmerksamkeit solch Frauentand widmen zu müssen? Ich weiß es nicht.

1 Kommentar:

Groove hat gesagt…

Das Aussehen steht vielleicht in den Franchisebedingungen von Mr. M.?!