23. Juni 2007

Soweit die Füße (ohne Schuhe) tragen...

Kerniger wäre es ja, wenn der Nic und ich in unserer Männer-WG ein paar von Orgien liegen gebliebene, unzuordenbare Frauenslips oder BHs gefunden hätten. Fehlanzeige. Statt dessen spuckte unser Flurschrank neulich ein paar Schuhe aus, die keinem von uns beiden passen oder je gehört haben. Hier also die Vermisstenanzeige: Schwarze, glänzende Herrenschuhe mit Schnallenverschluss, Marke Piere Cardin, Schuhgröße 43/44, Zustand gut, suchen vergesslichen Träger. Bitte schnell melden, sonst haut sie der Nic bald bei Ebay rein. [Im Übrigen tippe ich auf Rainer H.]

18. Juni 2007

Die Isar flussabwärts

Der Himmel tiefblau, die Uferböschung intensivgrün, mal hell, mal dunkel, Schatten und Licht. Der Fahrradweg rechts der Isar ist an diesem Sonntagvormittag noch nicht die Rennstrecke, die er in ein paar Stunden sein wird. Die Auen sind jetzt im Juni noch ungemäht und hinter dem dichten Blattwerk der Baumgruppen erhebt sich auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses die St.-Maximilians-Kirche. Sie wird mit Notre Dame in Paris verglichen und hier im Grünen fühle ich mich beim Anblick der beiden Türme so, als würde ich an einem sommerlichen Tag im späten Mittelalter vom gemächlichen, ursprünglichen Land in bebautes, städtisches Gebiet kommen. Auf Höhe der Museumsinsel legen sich die ersten Sonnenanbeter auf die gemächlich von der Isar umspülten Kiesbänke. Ein paar Meter hinter dem Müllerschen Volksbad stürzen die dunkelgrünen Wässer schon wieder rauschend über das Wehr, das Licht bricht sich in der Gischt des Aufpralls. Ein paar Momente später glitzert der Friedensengel hoch in der Sonne, seinen Blick gütig über die Isar hinweg auf München gerichtet, das an diesem Sommermorgen noch mit der vom Vortag gespeicherten Wärme erwacht.

11. Juni 2007

Mein Name ist Hase...

Treffender als die Rubrik verboten in der heutigen taz kann man es eigentlich nicht ausdrücken:

"Aber natürlich hat verboten der Polizei geglaubt, dass der von G-8-Demoteilnehmern als Zivilbeamter enttarnte Provokateur gar kein Polizist war. Jetzt, wo die Polizei endlich zugegeben hat, dass er doch einer war, glaubt verboten ihr eben stattdessen, dass der Mann gar nicht zum Steinewerfen aufgefordert hat. Wir glauben auch dem Polizeisprecher, der gesagt hat, keine Behörde habe jemals irgendwo einen agent provocateur eingeschleust, niemals. Wir glauben das gerne.

Irgendwas muss man ja glauben.

PS: Noch peinlicher als die Öffentlichkeitsarbeit der Polizei ist allerdings die Tatsache, dass der Zivilpolizist unter anderem deswegen aufgefallen ist, weil er Mitdemonstranten gesiezt hat."

8. Juni 2007

Volle Kraft zurück

Politische Gruppierungen werden mir immer dann suspekt, wenn sie allen Ernstes behaupten, Probleme ließen sich dadurch lösen, indem man das Rad einfach zurückdreht. Ob dies nun rechtsextreme Blödbirnen sind, die am liebsten alle Ausländer rausschmeißen würden oder linke Idealisten, die die 35-Stunden-Woche mit dreijährigem Kündigungsschutz wieder einführen wollen. Oder Technikfeinde und Globalisierungsgegner, die im Idealfall das Internet abschalten und den internationalen Flugverkehr einfrieren möchten. Zurück zum edlen Wilden, der glücklich und zufrieden im Busch haust.

All diese Leute sollten sich vielleicht zur GPD (Gatsby Partei Deutschland) zusammenschließen, benannt nach dem Romanhelden, der die Vergangenheit wieder zum Leben erwecken will. Eifrige Blogleser wissen ja Bescheid. Gatsby endet mit einer Kugel im Rücken in seinem Pool treibend. So viel dazu.

Eine Hommage an den edlen Wilden findet sich übrigens in der aktuellen Zeit, leider nur in der Printausgabe, im Wirtschaftsteil. Die Autorin fällt mir gerade nicht ein. Folgt man der Statistik, leben in Vanuatu die glücklichsten Menschen dieses Erdballs, und das, obwohl / weil auf den kleinen Inselchen das Geld knapp und jedweder Luxus fremd ist. Hört sich nebenbei gesagt nach einem guten Austragungsort für den nächsten G8-Gipfel an.