14. Mai 2007

So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom - und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu


Der letzte Satz aus "Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald. Ein klasse Roman, keine 200 Seiten lang und trotzdem dicht und atmospährisch, nie aufdringlich, und leider auch sehr traurig. Eigentlich nicht gerade die richtige Lektüre bei Herzschmerz, vor allem wenn man sich vor Augen hält, dass sich der Autor nach ziemlich erfolglosen Veröffentlichungen und einer missglückten Ehe zu Tode gesoffen hat. Trotzdem noch eine Szene aus dem Buch, übrigens ziemlich gelungen mit Robert Redford und Mia Farrow verfilmt:

"Ich würde nicht zuviel von ihr verlangen", versuchte ich einzulenken. "Sie können die Vergangenheit nicht wiederholen."
"Nicht wiederholen?" rief er ungläubig aus. "Wieso, natürlich kann ich!"
Er blickte verstört um sich, als lauere die Vergangenheit hier oder da im Schatten seines Hauses, ohne dass er sie mit der Hand greifen konnte.
"Ich werde alles so wiederherstellen, wie es vordem war", sagte er und nickte finster entschlossen. "Sie soll sehen."
Er sprach des längeren über die Vergangenheit, und ich ahnte, dass er etwas wiederfinden wollte, vielleicht eine Idee seiner selbst, die in seiner Liebe zu Daisy aufgegangen war. Sein Leben war seitdem in Verwirrung und Unordnung geraten, doch wenn es ihm nur einmal gelänge, zu einem gewissen Ausgangspunkt zurückzukehren und alles noch einmal langsam zu überdenken, dann würde er schon herausfinden, was es war...

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