23. März 2007

Afrika im Kino

Generell ist auf jeden Fall zu loben, dass Hollywood in letzter Zeit immer öfter versucht, sich einigermaßen authentisch mit Afrika außeinanderzusetzen. "Hotel Ruanda", "Blood Diamond" und nun "Der letzte König von Schottland". Die Saga über den finsteren Ugander Idi Amin ist gut, aber auch kein Meilenstein. Zu naiv lässt sich der vergnügunsfrohe Doktor vom Potentaten verführen, und letztendlich scheint es dem Film auch nur über den Anblick zerstückelter Frauenleiber zu gelingen, die Abgründe in der Seele Amins und das damit verbundene Trauma des ostafrikanischen Staates deutlich zu machen.

Irgendwie also die Bruno-Ganz-Hitler-Problematik: je mehr man diktatorische Monster als Mensch zeigen will, umso stärker läuft man Gefahr, dass am Schluss nur noch der nette Onkel mit ein paar Macken in Erinnerung bleibt. Trotzdem, auf jeden Fall ein sehenswerter Streifen, der mit wunderschönen Aufnahmen des grünen, auf weite Hügel gebetteten Ugandas aufwarten kann.

1 Kommentar:

Groove hat gesagt…

Du meinst, die Leute in meiner Tiefkühltruhe im Keller sind nur eine Macke von mir? Ich würde eher Marotte sagen...