22. Februar 2007

Selbst entlarvt

Es ist beruhigend, dass sich die CSU von Zeit zu Zeit offen und ehrlich als das gibt, was sie auch ist: Eine Vereinigung biertrinkender Dimpfelmoser, machohaft, kleingeistig, reaktionär und verbissen, demokratisch nur dann, wenn es unbedingt nötig ist. Vielmehr huldigt das Parteivolk einem heilsspendenden Ersatzkönig, den sie im Besitz der alleinigen Wahrheit meint. Obwohl die Basis ebendiesen König jüngst noch mit vereinten Kräften im Starnberger See ertränkt hat. Schuld daran ist dann im Nachhinein natürlich jemand ganz anderes, vornehmlich von dem Geschlecht, mit dem die CSU-Granden außer zum fremdgehen noch nie viel anfangen konnten.


Mal im Ernst: Wie Christoph Seils in der ZEIT völlig zurecht schreibt, waren die Chauvi-Pöbeleien und die heuchlerische Abrechnung mit Landrätin Pauli selbst für einen deftigen Aschermittwoch das Aller-Allerletzte. Wenn eine unbequeme Denkerin nur noch unter dem Schutz von vier Leibwächtern unversehrt aus der Halle kommt, ist es (und war es wohl auch nie) mit der innerparteilichen Demokratie nicht weit her. Ich bin froh, dass auch die zukünftige Spitze der Christsozialen ein erzkonservativer Altherrenverein sein wird, der sich selbst für unfehlbar hält und die Schuld im Zweifel beim Schwächeren sucht. So geht mir wenigstens mein Feindbild nicht verloren.

Kommentare:

Groove hat gesagt…

Außerhalb Bayerns nimmt man die CSU mit humorigem Desinteresse. Ist eben wie Karneval außerhalb der Jecken-Hochburgen!

Lars hat gesagt…

Stimmt. Das Blöde ist bloß, dass man als Bayer im Rest Deutschlands oft automatisch als Komödiant des gleichnamigen Stadls gesehen wird, ob man will oder nicht...