28. Februar 2007

Wahnvorstellungen und Dorfbürgermeister

Hatte gerade mein selbstbelegtes Riesenbaguette genau an der Stelle vor mir auf dem Tisch, wo an den vergangenen Abenden immer mein Notebook stand. Während des essens dachte ich dann plötzlich, dass bei meinem Brötchen der Lüfter angesprungen ist und habe mich geärgert, warum das trotz runtergetaktetem Prozessor passiert. Themenwechsel: Den Schauspieler Christoph M. Orth mag ich ja eigentlich ganz gerne. Die neue Politposse auf SAT1, "Allein unter Bauern" ist meiner Meinung nach ein ziemlicher Griff ins Klo. Mit einer Mischung aus der Idee von "Doc Hollywood" und des aus "Edel&Stark" abgekupferten schmissigen Soundtracks sowie der "Wann kriegen Sie sich?"-Liebesgeschichte macht man leider nicht automatisch eine gute Serie. Vor allem dann nicht, wenn die Wandlung vom ehrgeizzerfressenen Berufspolitiker hin zum kompromissbereiten Dorfbürgermeister dermaßen unrealistisch und noch dazu im 45-Minuten-Format rübergebracht werden soll. Und Rebecca Immanuel hat mir auch besser gefallen.

22. Februar 2007

Selbst entlarvt

Es ist beruhigend, dass sich die CSU von Zeit zu Zeit offen und ehrlich als das gibt, was sie auch ist: Eine Vereinigung biertrinkender Dimpfelmoser, machohaft, kleingeistig, reaktionär und verbissen, demokratisch nur dann, wenn es unbedingt nötig ist. Vielmehr huldigt das Parteivolk einem heilsspendenden Ersatzkönig, den sie im Besitz der alleinigen Wahrheit meint. Obwohl die Basis ebendiesen König jüngst noch mit vereinten Kräften im Starnberger See ertränkt hat. Schuld daran ist dann im Nachhinein natürlich jemand ganz anderes, vornehmlich von dem Geschlecht, mit dem die CSU-Granden außer zum fremdgehen noch nie viel anfangen konnten.


Mal im Ernst: Wie Christoph Seils in der ZEIT völlig zurecht schreibt, waren die Chauvi-Pöbeleien und die heuchlerische Abrechnung mit Landrätin Pauli selbst für einen deftigen Aschermittwoch das Aller-Allerletzte. Wenn eine unbequeme Denkerin nur noch unter dem Schutz von vier Leibwächtern unversehrt aus der Halle kommt, ist es (und war es wohl auch nie) mit der innerparteilichen Demokratie nicht weit her. Ich bin froh, dass auch die zukünftige Spitze der Christsozialen ein erzkonservativer Altherrenverein sein wird, der sich selbst für unfehlbar hält und die Schuld im Zweifel beim Schwächeren sucht. So geht mir wenigstens mein Feindbild nicht verloren.

20. Februar 2007

Spiegel meets Boulevard

Heute im Reiseteil (!) von Spiegel Online (!!):

Karneval in Rio: Schönheitskönigin verliert beim Tanz ihr Höschen

Nach der obligatorischen "Wie weit sind seriöse Blätter eigentlich schon abgesunken"-Empörungs-Minute bitte sofort hinklicken! Die dazugehörigen Bilder sind bestimmt nicht mehr lange on! Oder wie heißt es in MAD immer so schön: Lechz ... hechel ...

14. Februar 2007

Bad news, good news

Also im Winter geh' ich ja ganz gern mal in die Sauna. Neben Kleingartenvereinen wohl diejenige Institution, in der sich der typisch deutsche Vereinsmeier am besten austoben kann: Jeder intimrasierte Frühpensionist klärt einen mit Eifer darüber auf, warum man die Badeschlappen im Dampfbad nicht anhaben soll, wo man Zeitung lesen darf und wo nicht und wie man die Duschen vor und nach dem Saunagang ordnungsgemäß zu benutzen hat. Die können einem das ganze Relax-Erlebnis madig machen. Und ich bin noch nicht mal eine Frau. Denn über die Spanner und Penisposer schreibe ich das nächste Mal.

Doch jetzt zu den guten Nachrichten: Die geilste, wenn auch derzeit medial überstrapaziersteste Meldung ist ja wohl die, dass sich THE POLICE wieder zusammentut. Am 28. Mai gehts in Vancouver los. So ein Zufall. Freundin besuchen und die schärfste Band des Jahhunderts bejubeln in einem Aufwasch. Die Nummer des Spendenkontos für meinen Ticketkauf gebe ich demnächst hier bekannt.