28. September 2006

Die Woche der Gerüche

Irgendwie hätte aus mir wohl besser ein Hund werden sollen. Oder zumindest ein Elefant mit langem Rüssel. Denn das Auftreten unterschiedlicher Gerüche und deren unmittelbare Reaktion im Hirn fasziniert mich stets aufs Neue. Auch wenn der Teleporter noch nicht erfunden ist, schaffen es bestimmte Geruchsnuancen binnen Sekundenbruchteilen, mich an einen anderen Ort der Welt zu katapultieren. Gestern Morgen roch es nach dem Vulkan El Arenal in Costa Rica, feiner, nebliger Sprühregen auf feuchtem Laub. Die richtige Mischung aus dem Rauch offener Feuerstellen und Autoabgasen bringt mich sofort nach Mombasa zurück. Und eine fast schon parfumartige Mixtur aus unter heißer Sonne schwitzender Lorbeerhecke, Pinienbäumen und Lavendelbüschen entführt mich in den Garten des Häuschens in Bardolino (siehe erstes Bild unten). Nur nach Meer riecht es hier in München so gut wie nie.

24. September 2006

Wiesn-Flucht

Bevor ich jetzt wieder in den von Groove monierten Rosamunde-Pilcher-Stil verfalle und mich über Gerüche auslasse, sollen doch einfach Bilder sprechen. Das zweite ist übrigens ein Ratebild und wer die Stadt errät und mich erkennt, den lade ich NICHT auf die Wiesn ein.

13. September 2006

Sex sells!

Außer einem gutaussehenden Könner mit Größenwahn aus Frankfurt und meinem Vater verirrt sich der Rest meiner Blog-Leser eigentlich nur auf schriftliche Einladung (per Einschreiben) hierher. Lediglich Google lotst des öfteren Unbekannte zu mir, die in der Suchmaschine "sexy Italienerin" eingegeben haben und dann bei meinem Blogeintrag über einen Abend in der Muffathalle landen. Ich muss mal schauen, ob ich daraus nicht einen kommerziellen Nutzen schlagen kann. Also nicht wundern, wenn hier bald ein paar schlüpfrige Banner zu italienischen Sexseiten blinken...

11. September 2006

Am Pranger

Da man sich ja köstlich an den Missgeschicken anderer ergötzen kann, hier eine kleine Zusammenstellung der größten Peinlichkeiten, die ich in meinem Freundeskreis bisher so erlebt habe. Ich schwör’s!
  • Abteilung Grobmotorik: Rainer H. versinkt bei der Fahrt mit dem Sessellift in tiefen Träumen, die anscheinend auch beim Ausstieg noch nicht ausgeträumt sind. Geschickt fädelt er sich während des Aufstehens mit dem Kragen am Sitz ein und fährt, am Schlawittchen frei baumelnd und schreiend mit den Beinen wackelnd, eine Extarunde, bis der Liftbetreiber endlich ein Einsehen hat.
  • Abteilung Sprachbarriere: Herr Stefan Z. bestellt an einer Imbissbude zwischen Mombasa und Nairobi wie alle anderen Kaffee und Kuchen. Im Gegensatz zu allen anderen bekommt er aber Tee und Würstchen.
  • Abteilung Pausenclown: Bei vollen Studentenpartys sichert sich Herr Lars N. seinen Sitzplatz mit dem Essensteller. Ist ein neues Bier geholt, kann man sich dann mit Schwung und einem flotten Spruch auf den Lippen im Chili con Carne niederlassen. Für den Rest das Abends darf man nur noch auf einer weißen Papierserviette Platz nehmen, die irgendwann noch am Jeanshintern festtrocknet. Wird im Lexikon auch unter „running gag“ geführt.
  • Abteilung Nachlässigkeit: Zu faul, sich ordentlich die Hose zuzumachen? Muss man ja im Auto auch nicht unbedingt, denkt sich Nicolas K. Bloß blöd, wenn einem beim tanken die Hosen bis zu den Knien rutschen und der Tankstellenpächter die Unterhose des Kunden bestaunen darf. Dank Herrn K. auch für eine weitere Variation, merke: Niemals mit beiden Armen ein Fernglas zu den Augen führen, wenn man gleichzeitig in einer Hand noch eine offene Bierdose hält.

7. September 2006

Ende der Sommerpause II

Selbst in der Stadt hat der Spätsommer einen ganz besonderen Geruch: Die Sonne hat nicht mehr die Kraft, um die Steine so stark aufzuheizen, dass sie uns mit glühender Hitze entgegenschlagen und dabei auch gleich jeden Geruch mitversengen. Ich meine, diese Abkühlung mit der Nase wahrnehmen zu können. Diese irgendwie feuchte Frische hat am Abend ihren Höhepunkt: Dann riecht es, wie wenn sich Tau auf trockenes Gras legt. Heu benetzt von Wasser, dazu der Gedanke an müde, tiefgrüne, fast schon schwarze Bergwiesen, und ich weiß, dass der Herbst nicht mehr weit ist.