28. März 2006

Einfach mal nichts machen...

Das lob' ich mir: Windows ist in den letzten Jahren auch irgendwie entspannter geworden. Ganz einfach nur relaxen, nicht irgendwo rumklicken, die Maus Maus sein lassen. Fehlt nur noch, dass das Betriebssystem dann automatisch Bob Marley auflegt und mir ein kaltes Bier serviert. Kommt bestimmt in Vista!

27. März 2006

In der Freizeit...

Das mache ich jetzt einfach mal einem anderen (sehr interessanten) Blog nach, ist ja immer ganz aufschlussreich:
  • Das lese ich gerade: Bin am Wochenende mit der Autobiographie von Marcel Reich-Ranicki ("Mein Leben") fertig geworden. Sehr interessant und nahezu unglaublich (und für einen selbst beschämend), was ein Mensch im Laufe seines Daseins so alles lesen kann. Außerdem habe ich "Madame Bovary" von Gustave Flaubert beendet. Erstes Mal für mich, nicht zu unrecht ein Klassiker, schöne Sprache, und die Bemerkungen zu mancher Beziehungsproblematik sind auch heute noch höchst aktuell.
  • Das höre ich gerade: Die CD "Bethune" der Band "Twilight Hotel". Eine schöne Kanada-Erinnerung, entdeckt in der Playlist "meines" Radiosenders. Blues, manchmal etwas rockig, eingängige Melodien, und immer darum bemüht, interessante Geschichten zu erzählen.
  • Das gucke ich gerade: Bin hauptsächlich mit der zweiten Staffel von Miami Vice beschäftigt. Ich überlege mir, ob ich eine Internetseite eröffne, auf der man ersehen kann, wieviele Leute Tubbs und Crockett in welcher Folge umgelegt haben.
  • Das spiele ich gerade: Wer wie ich in der Zeit der Point&Klick-Adventure groß geworden ist, sollte unbedingt mal einen Blick auf "Black Mirror" werfen. Schöne Story, nette Bilder, und manchmal sogar ein bisschen gruselig. Gestern durchgespielt. Jetzt muss wieder Viduron ran.

24. März 2006

Winterdepression die Achtundvierzigste

Manchmal fällt es mir schon sehr schwer, nicht vom Pessimismus übermannt zu werden, bei den Meldungen: Ab 2007 muss man bei den Halsabschneidern von der GEZ sogar für einen Computer löhnen, sofern dieser irgendwie als "internetfähig" zu bezeichnen ist. Und das wird in den Augen der Schergen wohl alles ab einem Amiga auffwärts sein. Als besonderes Schmankerl haben die Jungs nun auch endlich offiziell (früher im Geheimen und datenschutzrechtlich mehr als umstritten) die Erlaubnis bekommen, Adressdaten zu kaufen, um den Leuten ihre Drückerkolonnen noch gezielter in die Wohnung schicken zu können.

Ferner hat sich unsere nette Justizministerin überlegt, dass das eh schon weit genug ausgehöhlte Recht auf Privatkopie (kopieren ja, aber nur wenn es keinen Kopierschutz gibt, haha) nun vollends über Bord gekippt wird. Und damit die Musikindustrie die schwarzen Schafe (die in diesem Fall das Gros der gesamten Herde ausmachen dürften), besser aussortieren kann, existiert nun endlich auch eine Gesetzesgrundlage, die die Provider dazu verpflichtet, die Verbindungsdaten rüberwachsen zu lassen.

Bald kommt dann noch das totale Rauchverbot, Bier wird auch teurer, Kameras überwachen bald auch noch das letzte Scheißhaus, der Frühling wurde ja bereits abgeschafft und Frauen wird gesetzlich verboten, Sommerkleidung zu tragen. Fast alle Menschen in meinem Alter heiraten, ziehen zusammen, kriegen Kinder und fahren mir mit dem Buggy in die Beine. Auswandern nützt auch nichts, da die meisten anderen Staaten noch dümmere Gesetze und noch heiratswütigere Bürger haben. Schönes Wochenende!

21. März 2006

Ein Reim muss sein!

Ich weiß ja nicht, wer von Euch den Tag der Poesie auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung mitbekommen hat, ich auf jeden Fall fand die Idee, alle Überschriften in Reimform abzufassen, sehr gelungen. Das habe ich der Redaktion dann auch mitgeteilt. Die sich dann so geschmeichelt fühlte durch mein Lob, dass sie es gleich veröffentlicht hat. Allerdings frage ich mich schon, warum genau meine Mail vor dem Hintergrund eines Affens abgebildet wurde....Dank an Carsten, ohne den ich die Huldigung meines Zweizeilers verschlafen hätte.

20. März 2006

Roland Koch lebt!

Ursprünglich wollte ich heute ja was zum drohenden Rauchverbot („Wollt Ihrrr das totaale Rauchverbot?“) sagen, aber das Thema ist so ausgelutscht wie Roland Kochs Kindergarten-Fragenkatalog, der natürlich, man ahnt es, damit endet, dass man die Farben der Nationalflagge aufsagen muss. Für den Koch müsste man eine neue Art von Fetischismus erfinden. An dieser Stelle ein Lob auf Joseph von Westphalen, der schon vor Jahren einen Romanhelden sagen ließ:

„Mit einem schwarz-rot-goldenen Lumpen würde ich mir nicht einmal den Arsch auswischen.“

Ganz große Literatur. Was damals nicht alle erkannt haben, denn der Autor wurde von einem weinerlichen Fahnenfreund wegen Verunglimpfung von Staatssymbolen verklagt. Was natürlich nicht durchging, da es ja nicht der Autor gesagt hat, sondern sein virtuelles Alter Ego. Naja. Als ich gerade den heutigen Blogeintrag anfing, wollte ich eigentlich was zum Retro-Charakter von Plastikmülltonnen schreiben. Und dann kam mir wieder mein Antinationalstolz dazwischen. Ist irgendwie fast schon pathologisch.

15. März 2006

Welcome to the Saddam Show!

Es ist doch immer wieder die gleiche Scheiße mit diesen Ex-Diktatoren: Einmal vor Gericht gestellt, nutzen sie die Bühne der Öffentlichkeit, um Ihre glänzende Vita in Szene zu setzen und sich als heldenhafte Verteidiger des Vaterlandes aufzuspielen. So geschehen gerade wieder mit Saddam dem Erdhörnchen, der zeitgleich mit dem Verlust seines Alm-Öhi-Barts seine rhetorische Angriffskraft wiedererlangt hat und heute vor Gericht seine geliebten Iraker dazu aufforderte, doch gegen die Amis aufzustehen und ordentlich Krawall zu machen.

Mein Vorschlag: Prozesse gegen Kriegsverbrecher und Ex-Diktatoren werden grundsätzlich mit einer Nachrichtensperre verhängt und nicht live übertragen. Um rechtsstaatlichen Standards gerecht zu werden, gibt es aber eine lückenlose Schrift- und Videodokumentation sowie internationale Beobachter. Die Aufzeichnungen werden dann nach ein paar Jahren freigegeben. Dann ist das ganze hoffentlich schon so unaktuell, dass diese Diktatorenkasper mit ihrem nichtvorhandenen Unrechtsbewusstsein nicht noch mehr Unheil anrichten können, als ohnehin schon getan.

14. März 2006

100 Meter, und keinen Zentimeter mehr!

Zumindest in der Abendzeitung streiten sich die Münchner immer noch darüber, wie hoch denn nun ein Hochhaus sein darf und ab welcher Größe die Frauenkirche und die vielen anderen Gottesttempel der Landeshauptstadt durch Wolkenkratzer entweiht werden. Vielleicht sollte man München einfach zu Museum erklären und zur Bauweise des Mittelalters zurückkehren. Dass klassische und moderne Architektur nebeneinander existieren können, scheint den Bayern in Form einer Pinakothek gerade noch einzuleuchten. Wenn's aber höher als der Kirchturm ist, hört der Spaß auf.

Wolkenkratzer Fans wie ich müssen sich also woanders vergnügen. Zum Beispiel auf der Seite Skyscraper.com. Dort zeichnen detailverliebte Fans Hochhäuser aus aller Welt und bringen Sie untereinander in Vergleich. Besonders gut gelungen ist die Suchfunktion, die es einem ermöglicht, seine Lieblingshochhäuser nebeneinander zu setzen. Da nicht nur existierende Wolkenkratzer aufgeführt werden, sondern auch geplante, zerstörte und virtuelle, kommt auch der Fantasy-Freund voll auf seine Kosten.

11. März 2006

Kaffees mit Deckel

Ein Phänomen, das ich Nordamerika nur mit Kopfschütteln ertragen habe, war der "Coffee to go". Statt sich gemütlich in ein Café zu setzen oder wenigstens auf einen Espresso an die Bar zu stellen, schnappt sich der Kanadier einen Halbliter-Pappbecher voller meist fürchterlich süßem Bohnensud und rennt damit durch die Straßen, setzt sich in den Bus oder fährt Auto. Ich dachte immer, den Leuten sei das so anerzogen und eine Reflektion gar nicht mehr möglich. Weit gefehlt. Selbst eine Kommentatorin der Globe and Mail, einer überregionalen Tageszeitung Kanadas, war sich während der olympische Spiele nicht zu blöd dazu, zuzugeben, dass sie es nach sechs Tagen (!) italienischer Küche nicht mehr ohne McDonalds und Pappkaffe mit Deckel ausgehalten hat. Aber lest selbst:

"Here, it was about the third day that the thrill of carrying scalding espressos in tiny, lidless cups - Italy is not built for the take-away world,but rather for the-hang-around-table-for-hours one, began to wear thin. By day four, everyone had discovered that McDonald's at the press centre, improbably, had its own, fabulous coffee bar, where, praise the Lord, they served huge, American-sized espressos and cappuccinos in insulated cups with actual lids. I believe it was on day six that I personally weakened, and slunk away from the McDonald's carrying not only a cappuccino, but also a cheeseburger."
Christie Blatchford, Globe and Mail 25. Februar 2006

Ha! Und ich war fast drei Monate in Nordamerika und nicht EINMAL in einem deutschen Lokal, und es hätte sogar eines gegeben in Vancouver! Drei Monate kein Schweinsbraten, ohne Meckern! Keine Weißwürscht! OK, ich hab' mal ein deutsches Weißbier getrunken, aber das zählt nicht. Oder?

8. März 2006

Einstürzende Hundehütten

Schon erstaunlich, dass die Lage in Bayern trotz der Schneemassen wenig dramatisch ist und eigentlich alles seinen gewohnten Gang nimmt. Das ist hart für die Tageszeitungen, die sich wohl mehr Nachrichtenwert erhofft hatten. Dass den fleißigen Berichterstattern langsam die Puste ausgeht, sieht man an einem Interview, das heute in der Münchner AZ erschienen ist. Baustatik-Experte Herr Prof. Gebbeken wird zu den unheilverheißenden Schneelasten auf den Dächern befragt.

AZ: Ist meine Hundehütte auch vom Einsturz gefährdet?
Professor: Bei einer Hundehütte ist die Einsturz-Gefahr sehr gering, weil die Dächer so klein sind. Aber Hundebesitzer können auch einfach mal schnell das Hütten-Dach räumen, das ist die sicherste Methode.

Außerdem erklärt uns der Herr Professor, dass Hallen vom Schneefall nicht davonlaufen können. Aha. Und rät ferner dazu, neben der Hundehütte zur Sicherheit gleich auch das Garagendach und den Balkon zu schippen. Hat der Mann einen Vertrag mit der Schneeschaufelindustrie?

7. März 2006

Gerade zurück und doch nicht hier

Das mit dem Reisen ist schon eine seltsame Sache. Gerade dann, wenn es mit dem Flugzeug so schnell geht. Physikalisch ist es unmöglich, an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Im Kopf geht das irgendwie. Wenn ich mir im verschneiten München im Büro sitzend die Webcam aus Vancouver anschaue, bin ich mir über meinen derzeitigen Aufenthaltsort nicht mehr ganz sicher. Ich kann mir vorstellen, nachher zum Feierabend in den Aufzug zu steigen, und wenn sich die Türen wieder öffnen, betrete ich die Lobby des Sunset Inn, reiße einen Witz mit Paul, dem Rezeptionisten, betrete die Burnaby Street und mache mich auf zur English Bay, dort, wo die vielen Tanker im Wasser liegen und darauf warten, den Anker zu lichten und in die weite Welt zu fahren.