28. November 2006

Oben ohne

Ich hab zwar nur ein Fahrrad und kann mit Autos nix anfangen, aber wenn ich ein Cabrio hätte, so wären dies die drei Lieder, die ich mir zehnmal auf eine CD pressen und mit voller Lautstärke rauf und runter hören würde. Ich weiß, ich bin ein Popper.
  1. Van Halen - Dreams
  2. Chesney Hawkes - The one and only
  3. Guesch Patti - Etienne

6. November 2006

Dirty Dancing

Mein erster Diskobesuch bei einer Ü30-Party hinterlässt gemischte Gefühle. Ich komme mir vor wie im Schullandheim, die Leute auf der Tanzfläche sind alle mindestens einen Kopf größer als ich. Also eigentlich eine Ü30- und Ü1,80-Party. Das soll eine Zielgruppe sein? Interessantes Marketingkonzept. Gegen drei Uhr nachts tanzt mich ein Schwuler und ein Clown an, der meinen unnachahmlichen Tanzstil zu imitieren verucht. Zeit zu gehen. Beim rausrempeln aus dem Optimol-Gelände nehme ich mir fest vor, den nächsten Diskobesuch nicht auf Fasching oder Halloween zu legen. Um endlich mal rauszukriegen, ob die jungen Mädels von heute immer so rumlaufen oder nur verkleidet sind.

29. Oktober 2006

Sonntagslangweile?

Wem an tristen Sonntagen wie heute langweilig ist, dem rate ich zu einer der folgenden Tätigkeiten:
  • Ins Münchner Stadtmuseum gehen. Die stadthistorische Abteilung wurde umgebaut und bietet einen tollen Überblick über die Entwicklung Münchens. Für Spielkinder wie mich besonders interessant sind die riesigen 3D-Stadtmodelle, mit deren Hilfe man sich auch einen guten Eindruck vom (Planungs-)Größenwahn der Nazis machen kann. Nur bis März 2007 gibt es dort auch die Fotoausstellung "Münchner Elegien" zu sehen. Der Fotograf Christopher Thomas hat bekannte Orte in der Stadt zu ungewohnter Stunde, nämlich in aller Herrgottsfrüh, frei von Menschen und Autos, abgelichtet. Sehr sehenswerte Schwarzweißbilder. An Sonn- und Feiertagen ist der Eintritt ins Stadtmuseum übrigens frei.
  • Den leider letzten Afrika-Artikel von Bartholomäus Grill in der ZEIT lesen: Das Land, wo alles begann. Für meine Afrika-Mitreisenden wahrscheinlich besonders witzig, da Grill bei seiner letzten Safari genau die Route abfährt, die auch wir in die Serengeti genommen haben. Der Autor kehrt nach 13 Jahren als Afrika-Korrespondent nach Deutschland zurück. Seine Berichte werden mir fehlen.

23. Oktober 2006

Befindlichkeiten

Was ich unverschämt finde: Wenn mir in der Schlange auf der Post eine verkniffene Mittvierzigerin wortlos aber stakkatoartig von hinten auf die Schulter tippelt, weil ich den nächsten freien Schalter nicht nach zwei Millisekunden angesteuert habe. Was ich peinlich finde: Beim Einkaufen länger als unbedingt nötig mit einer Packung Klorollen in der Stadt umherzuspazieren. Was ich mich frage: Kommt man dem Ziel wirklich schneller näher, wenn man sein Augenmerk wie Beppo der Straßenkehrer nur auf die eine zu fegende Bodenplatte richtet, oder ist man nicht zumindest glücklicher, wenn man den auch noch so fernen Horizont ins Visier nimmt, in der festen Hoffnung, dort irgendwann einmal anzukommen?

12. Oktober 2006

Das Huhn oder das Ei?

Schon komisch. Irgendwie kamen mir diese nordkoreanischen Propagandaplakate bekannt vor. Vor fast sechzig Jahren beschwörte Edgar P. Jacobs in drei "Blake und Mortimer"-Bänden "den Kampf um die Welt". Würde mich freuen, wenn es nicht so käme. Was Comic und was Propaganda ist, möge mein Blogleser selbst herausfinden.

6. Oktober 2006

Ich bin ein kurzbeiniger Spießer

Zwei Fragen habe ich mir heute gestellt:

Warum wird von einem 1.70m "großen" Mann erwartet, bei jedem Hosenkauf noch zusätzlich knapp 10€ ins kürzen des Beinkleids zu investieren? Zwergengröße 46 ist meist noch zu lang, und für die Untersetzten-Größen bin ich noch nicht fett genug. Muss wohl mehr essen.

Welche Männer können sich eine ernsthafte Beziehung zu einer Frau vorstellen, deren Selbstportrait-Portfolio in einem beliebigen Kennenlernportal (z.B. lokalisten.de) zu 75% aus Bikinifotos besteht? Wie peinlich ist das eigentlich? Oder bin ich einfach zu alt? Muss wohl oberflächlicher werden.

5. Oktober 2006

Verbietet Lotto!

Es mutet schon seltsam an, wenn Wettanbietern wie Betandwin (privat) die Lizenz entzogen wird, einem dieser Tage im Netz aber hunderte von „39 Millionen!“-Bannern des deutschen Lottos (staatlich) entgegenblinken. Und das bei lauen Quoten: Laut Wikipedia beträgt die Wahrscheinlichkeit eines Fünfers 0,002%, die eines Sechsers 0,000007151%. Für einen Fünfer gab es bei der letzten Ziehung gerade mal 2.800€, bei einem Sechser wurden 515.150€ fällig. Die vollen 39 Millionen gibt es eh nur mit Superzahl, Spiel 77 und einer Mindestschuhgröße von 45, die Wahrscheinlichkeit kann sich ja jeder mal selbst ausrechnen.

Ein Lottofeld kostet rund 4€, mit einer Chance von 0,002% / 1:50.000 (Fünfer) macht man also das 700fache (2.800€) daraus. Beim Roulette gibt es mit einer Chance von 2,78% / 1:36 immerhin das 36fache, mit 4€ Einsatz also 144€. Eine weitaus bessere Quote. Die Wahrscheinlichkeit einer Niete (0, 1 oder 2 richtige) liegt (wieder Wikipedia) beim deutschen Lotto bei 98,1%. Jede Kindergartentombola dürfte da höhere Gewinnchancen haben. Deswegen fordere ich all meine Blog-Leser auf, kommenden Samstag nicht Lotto zu spielen. Diesen Verein kriegen wir auch noch auf die Knie!

4. Oktober 2006

Vorbei, vorbei, vorbei

  • Vorbei: Die Wiesn. Touristenmassen in der Stadt, stinkende U-Bahnen, Porno-Dirndl und Bierrausch. Aber auch weißblauer Himmel und letzte Sommertage. Trotz bangem Blickes auf den Winter freue ich mich auf den traditionellen Herbstspaziergang über die Theresienwiese, wo unter fallenden Blättern nur die Bierzeltgerippe von vergangener Hochstimmung zeugen.
  • Vorbei: Die Bundesligazeit des EHC München. Die Prognose ist wohl nicht allzu gewagt, dass bei der derzeitigen Spielweise des lokalen Eishockeyteams und den mickrigen Zuschauerzahlen (unter 2000) spätestens Ende der Saison mal wieder ein Münchner Eishockeyteam pleite gehen wird. Wer sich wie gestern ohne jeglichen Derbyeifer so vom Erzrivalen Landshut einseifen lässt, hat es auch nicht anders verdient.
  • Vorbei: Die helle Glitzerwelt von Miami Vice. Der neu aufgelegte Kinofilm ist dunkler, trüber und humorloser als die 80er-Serie. Und trotzdem nicht unbedingt schlechter. Denn ein guter Soundtrack und fantastische Bilder machen auch das Remake zu einem Ohren- und Augenschmaus. Sonny verliebt sich wie immer unglücklich in die Gangsterbraut und Colin Farrell macht ganz nebenbei die Fokuhilaoliba-Frisur wieder salonfähig. Nicht schlecht.

2. Oktober 2006

Mehr Schatten als Licht

Ich bin ja ein recht großer Fan der Hypo-Kunsthalle, aber die derzeitige Auguste Rodin-Ausstellung hätte ich mir sparen können: In der Mitte jeden Raumes jeweils zwei, drei, oder auch mal vier Skulpturen, an der Wand Skizzen zur und Fotografien der jeweiligen Skulptur. Das mag für Rodin-Begeisterte ja noch ganz spannend sein, gerade da auch die berühmte Plastik "Der Kuss" ausgestellt wird. Das Austellungskonzept scheint aber von einem lichtscheuen Nachtmenschen verbrochen worden zu sein, die Räume sind dermaßen abgedunkelt, dass man die Dreidimensionalität der Figuren nur erahnen kann, die matten, kleinen Texte an der Wand oder zu Füßen der Objekte sind aufgrund des Dämmerlichts nur sehr mühsam zu entziffern. Alles in allem eine Ausstellung unter dem Motto "weniger ist mehr", nur beim Preis haben die werten Kunsthallenchefs diese Devise nicht berücksichtigt. Mein Fazit: Die acht Euro lohnen sich nur für Edelfans, und die sollten unbedingt eine Taschenlampe mitbringen.

28. September 2006

Die Woche der Gerüche

Irgendwie hätte aus mir wohl besser ein Hund werden sollen. Oder zumindest ein Elefant mit langem Rüssel. Denn das Auftreten unterschiedlicher Gerüche und deren unmittelbare Reaktion im Hirn fasziniert mich stets aufs Neue. Auch wenn der Teleporter noch nicht erfunden ist, schaffen es bestimmte Geruchsnuancen binnen Sekundenbruchteilen, mich an einen anderen Ort der Welt zu katapultieren. Gestern Morgen roch es nach dem Vulkan El Arenal in Costa Rica, feiner, nebliger Sprühregen auf feuchtem Laub. Die richtige Mischung aus dem Rauch offener Feuerstellen und Autoabgasen bringt mich sofort nach Mombasa zurück. Und eine fast schon parfumartige Mixtur aus unter heißer Sonne schwitzender Lorbeerhecke, Pinienbäumen und Lavendelbüschen entführt mich in den Garten des Häuschens in Bardolino (siehe erstes Bild unten). Nur nach Meer riecht es hier in München so gut wie nie.

24. September 2006

Wiesn-Flucht

Bevor ich jetzt wieder in den von Groove monierten Rosamunde-Pilcher-Stil verfalle und mich über Gerüche auslasse, sollen doch einfach Bilder sprechen. Das zweite ist übrigens ein Ratebild und wer die Stadt errät und mich erkennt, den lade ich NICHT auf die Wiesn ein.

13. September 2006

Sex sells!

Außer einem gutaussehenden Könner mit Größenwahn aus Frankfurt und meinem Vater verirrt sich der Rest meiner Blog-Leser eigentlich nur auf schriftliche Einladung (per Einschreiben) hierher. Lediglich Google lotst des öfteren Unbekannte zu mir, die in der Suchmaschine "sexy Italienerin" eingegeben haben und dann bei meinem Blogeintrag über einen Abend in der Muffathalle landen. Ich muss mal schauen, ob ich daraus nicht einen kommerziellen Nutzen schlagen kann. Also nicht wundern, wenn hier bald ein paar schlüpfrige Banner zu italienischen Sexseiten blinken...

11. September 2006

Am Pranger

Da man sich ja köstlich an den Missgeschicken anderer ergötzen kann, hier eine kleine Zusammenstellung der größten Peinlichkeiten, die ich in meinem Freundeskreis bisher so erlebt habe. Ich schwör’s!
  • Abteilung Grobmotorik: Rainer H. versinkt bei der Fahrt mit dem Sessellift in tiefen Träumen, die anscheinend auch beim Ausstieg noch nicht ausgeträumt sind. Geschickt fädelt er sich während des Aufstehens mit dem Kragen am Sitz ein und fährt, am Schlawittchen frei baumelnd und schreiend mit den Beinen wackelnd, eine Extarunde, bis der Liftbetreiber endlich ein Einsehen hat.
  • Abteilung Sprachbarriere: Herr Stefan Z. bestellt an einer Imbissbude zwischen Mombasa und Nairobi wie alle anderen Kaffee und Kuchen. Im Gegensatz zu allen anderen bekommt er aber Tee und Würstchen.
  • Abteilung Pausenclown: Bei vollen Studentenpartys sichert sich Herr Lars N. seinen Sitzplatz mit dem Essensteller. Ist ein neues Bier geholt, kann man sich dann mit Schwung und einem flotten Spruch auf den Lippen im Chili con Carne niederlassen. Für den Rest das Abends darf man nur noch auf einer weißen Papierserviette Platz nehmen, die irgendwann noch am Jeanshintern festtrocknet. Wird im Lexikon auch unter „running gag“ geführt.
  • Abteilung Nachlässigkeit: Zu faul, sich ordentlich die Hose zuzumachen? Muss man ja im Auto auch nicht unbedingt, denkt sich Nicolas K. Bloß blöd, wenn einem beim tanken die Hosen bis zu den Knien rutschen und der Tankstellenpächter die Unterhose des Kunden bestaunen darf. Dank Herrn K. auch für eine weitere Variation, merke: Niemals mit beiden Armen ein Fernglas zu den Augen führen, wenn man gleichzeitig in einer Hand noch eine offene Bierdose hält.

7. September 2006

Ende der Sommerpause II

Selbst in der Stadt hat der Spätsommer einen ganz besonderen Geruch: Die Sonne hat nicht mehr die Kraft, um die Steine so stark aufzuheizen, dass sie uns mit glühender Hitze entgegenschlagen und dabei auch gleich jeden Geruch mitversengen. Ich meine, diese Abkühlung mit der Nase wahrnehmen zu können. Diese irgendwie feuchte Frische hat am Abend ihren Höhepunkt: Dann riecht es, wie wenn sich Tau auf trockenes Gras legt. Heu benetzt von Wasser, dazu der Gedanke an müde, tiefgrüne, fast schon schwarze Bergwiesen, und ich weiß, dass der Herbst nicht mehr weit ist.

31. Juli 2006

Ende der Sommerpause

Nachdem mich die Hitze des Juli und die damit verbundene Gedankenleere erfolgreich vom bloggen abgehalten hat, nun ein paar Gedanken zum stopfen des Sommerlochs:
  • Bei aller Symphatie für linke Ideologen ist es doch immer wieder erstaunlich und in diesem Fall ärgerlich, wie sehr manche Potentaten doch dem Automatismus "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" gehorchen. Jüngstes Beispiel: Hugo Chavez herzt den iranischen Präsidenten Ahmadinedschad und bezeichnet ihn als sein Bruder im Kampf gegen die bösen USA. Fehlt nur noch, dass im Hintergrund Fidel Castro und der Nordkoreaner Kim Il-Sung gemeinsam die Gitarre zupfen.
  • Der Verarsche-Preis des Jahres für semi-unlautere Werbung geht heuer definitiv an die Telekom, die schon seit Monaten mit den Wortfetzen "DSL-Surfen und telefonieren so viel Sie wollen", "Die sensationalle Doppel-Flatrate" und vor allem dem Betrag "9,95€" um sich wirft. Ein Blick auf das Kleingedruckte offenbart dann, dass natürlich für Telefon-Flat und Surf-Flat JEWEILS 9,95€ zu entrichten sind und selbstverständlich auch noch eine Grundgebühr hinzukommt. FAZIT: Will man nicht übers Internet telefonieren sondern ganz normal, ist die Telekom immer noch teurer (mindestens 55,89€/Monat) als die Konkurrenten von Arcor, Alice und M-Net. Hat aber durch die 9,95€-Kampagne sicher ein paar tausend Kunden mehr. Ist sowas eigentlich erlaubt? In diesem Zusammenhang ist ja selbst der juristische Notanker "schon AB 9,95€" ein Scherz, den für das Geld bekommt man bei der T-Com gar nix....

3. Juli 2006

Pekuniäre Probleme

Warum? Warum können Frauen an der Supermarktkasse bei einem Betrag von 8,67 € nicht einfach einen Zehner aus dem Geldbeutel nehmen und ihn dem Kassierer reichen? Warum schafft es die Krone der Schöpfung trotz minutenlangen Klimperns in Kleingeldfach und einer langen Schlange hinter sich nicht, flott denn passenden Betrag herauszukramen? So dass der Kassierer am Ende doch herausgeben muss, ein weiteres Geldstück zum beschweren des Portemonnaies, eine weitere Münze, die die Shopperin an der Kasse erst ganz genau unter die Lupe nimmt und dann verträumt-lasziv in die Geldbörse gleiten lässt, um selbige dann in einem erneuten, zeitreibenden Kraftakt in der voluminösen Handtasche (ganz unten) zu verstauen? Während die eingekauften Waren genau dort noch nicht sind, sondern immer noch auf dem Rollband oder im Auffangkorb liegen und den nachfolgenden Zahlern das Leben schwer machen? Und warum klingelt genau dann ihr Handy? Das sich auch irgendwo in der Handtasche befindet? Warum?

22. Juni 2006

Banges Warten

An dieser Stelle ein ganz großes Kompliment an das Ticketing-System der FiFa zur Weltmeisterschaft. Der Screenshot zeigt den Stand der Dinge bei meiner Bewerbung zum gestrigen Spiel in München. Der immense Vorteil: Sollte ich doch noch Karten bekommen, ist auf dem Weg zum und im Stadion sicher nicht allzuviel los. Clevere Sicherheitsmaßnahme! Da lässt sich auch leicht verkraften, dass ich der Fifa die 200 Ocken schon vor einem Monat im Voraus gezahlt habe.

16. Juni 2006

Long distance call

Heute in der Trambahn. Handy klingelt. "Ah..ja..hallo..mir geht's gut...ich war gerade auf dem Friedhof, die Blumen auf Deinem Grab gießen". Und da machen sich manche über afrikanischen Ahnenkult lustig. Tsts.

5. Juni 2006

Die Balkan-WM

Was macht eigentlich das Fußballteam von Serbien/Montenegro bei der WM? Die Mannschaft splitten und gegeneinander antreten? Beim Singen der Hymne abwechselnd eine Strophe Serbiens und eine Montenegros trällern? Die Fans schwenken zusammengenähte Fahnen? Aber das Ganze hat ja auch seine nützlichen Seiten: Wenn der Balkan so weitermacht, können die Jungs in ein paar Jahren ihre eigene Balkan-WM mit 32 Teilnehmern aufmachen. Antretende Teams: Belgrad-West gegen Küsten-Montenegro, oder Mazegowina Disunited gegen Slowatien-Zentrum. Was ich damit sagen will: Es lebe die Unabhängigkeit, Montenegro mit seinen 600.000 Freien sei willkommen im Club der Mächtigen, jetzt kann es nur noch aufwärts gehen! Hurra!

P.S. Gut, dass sich die EU dagegen entschieden hat, für neue Mitglieder auch neue Sterne auf den Banner zu nähen. Wenn der Balkan mal in Gänze beitritt, müsste man sonst wohl einen Extra-Topflappen mit ein paar Sondersternen annähen.

25. Mai 2006

Neulich hinter der Muffathalle...

Gestern musste ich das erste Mal in meinem Leben blasen. Also pusten meine ich. Und das obwohl ich nur mit dem Fahrrad unterwegs war. Zwei freundliche Uniformierte, beide fast 10 Jahre jünger als ich, lauerten mir und Willi um zwei Uhr nachts im Gebüsch hinter der Muffathalle auf. Allgemeine Verkehrskontrolle. Da ich mich ohnehin nicht mehr so genau erinnern konnte, gab ich an, wohl ein oder zwei Bier getrunken zu haben. Der Willi sagte das auch. Das glaubten die Jungs uns irgendwie nicht. Also mussten wir in die bekannte Trillerpfeife blasen. Wie gut ich mich mit dem Willi verstehe, sieht man an unserem brüderlich-gleichen Promillewert: 1,2. Obwohl er öfter pinkeln war als ich. Die Drahtesel-Promillegrenze liegt aber erst bei 1,7. Nachdem ich den Beamten noch mein Erstaunen ausdrückte, wie stark zwei Bier doch manchmal reinhauen können, durften wir unseren Weg frohgemut fortsetzen. Ohne dass die beiden Staatsdiener gemerkt hätten, dass wir beide statt vier Lichtern nur eins hatten. Und dass Willi, trotz Perso-Kontrolle, Geburtstag hatte. Das wäre ab 1,7 Promille mein letzter Trumpf gewesen.

In der Muffathalle war's übrigens ganz toll. Auf italienisch und noch dazu aus dem Mund einer sexy Italienerin hört sich heftiger Hardrock gar nicht mal so schlecht an. Trotzdem oder gerade deswegen hat es mir irgendwann den Hosenstall zerissen. Und jetzt fällt mir auch wieder ein, warum die ganze McDonalds-Belegschaft gegrinst hat, als ich 10 Minuten auf meinen Mitternachtssnack gewartet habe. Sachen gibt's.

3. Mai 2006

Kaufberatung I


Endlich da! Der neue Tim und Struppi! Kaufen!


Kaufberatung II

Mein alter, olivgrüner Schlafsack aus US-Armee-Beständen ist mir bei Rollenspiel-Übernachtungen im Hobbykeller, abenteuerlichen Reisen in ferne Kontinente sowie bierseeligen Isargrillfeiern stets treu zur Seite gestanden. Da er sich nach über zwei Jahrzehnten in seine Einzelteile auflöst und ich gar nicht wissen möchte, wer schon alles darin geschlafen und was darin gemacht hat, wollte ich mir eben im Internet eine neue Wurstpelle besorgen. Und da muss man angeben, ob man den Reißverschluss gerne links oder rechts haben möchte. Von meinem Alten habe ich das gerade nicht im Kopf. Und da ich zu faul bin, den Veteranen-Sack auszurollen und wieder für's Museum zu konservieren, bitte ich um Eure Mithilfe: Könnt Ihr mal nachschauen, wie das bei Eurem Camping-Utensil ist? Bin Rechtshänder. Danke.

26. April 2006

Gegenaufklärung? Reaktion?

Tut mir leid, schon wieder Politik: Interessant ist es ja schon, dass die Konservativen zwar Angst vor jedem Moschee-Neubau haben, aber zu untadeligen Verfechtern von Religionsfreiheit und Toleranz mutieren, wenn es um den Schutz des Kruzifix geht. Das Pferd wird im Deckmantel der Nächstenliebe ("Gerade in Zeiten, wo Menschen aus verschiedensten Kulturen und Religionen in Deutschland zusammenleben, muss man die gegenseitigen Symbole achten und .... blablablabla") von hinten aufgezäumt, geht es doch in Wahrheit darum, weitere Restriktionen gegen die Meinungsfreiheit durchzusetzen. Logik-Satz 1: Wer für Religionsfreiheit ist, muss das Kruzifix lieben.

Diese Argumentationstaktik, nämlich eigentlich nur das Beste für's Allgemeinwohl zu wollen, findet sich auch bei anderen heißen Eisen wieder: Da CO2 ja so gefährlich ist und das mit der Erderwärmung auch irgendwie ganz schlimm ist, bleibt uns ja gar nichts anderes übrig, als zur blütenweißen und umweltschonenden Atomenergie zurückzukehren. Noch kommt den meisten diese Sichtweise ob der vielen ungelösten Probleme (Endlagerung etc.) spanisch vor, bei entsprechender Lobbyarbeit und suggestiver Fragestellung wird es aber nicht mehr lange dauern, bis sich der Wind dreht. Logik-Satz 2: Wer für eine Verringerung des CO2-Austoßes ist, muss die Atomenergie lieben.

22. April 2006

Konservative Weisheiten reloaded

Es ist doch irgendwie beruhigend, dass der CDU/CSU ihr aktionistischer Konservativismus trotz Kuschel-Kanzlerin noch nicht ganz abhanden gekommen ist:

Familienstar von der Leyen betont, „dass auf christlichen Werten die gesamte hiesige Kultur basiere“. Der intellektuell sonst gar nicht so tieffliegende Innenminister Schäuble entblödet sich nach den Schlägern von Potsdam nicht festzustellen, dass auch blonde, blauäugige Menschen Opfer von Gewalt werden, zum Teil sogar von Tätern, die nicht den deutschen Pass haben.“ Und Transrapid-Ede ist traurig darüber, dass „christliche Symbole Gegenstand von Spott und Hohn sind“ und will darüber nachdenken, das Strafgesetzbuch zum Schutz des Kreuzes schärfer zu fassen.

Wer als liberal eingestellter Mensch nach Argumenten für die Unwählbarkeit der Union sucht, bekommt sie dank dem emphatischen Mitteilungsbedürfnis der Konservativen frei Haus geliefert. Dafür besten Dank!

10. April 2006

Nun also Mecki...

Der Mr. Dreitagebart der SPD sah anscheinend doch cooler aus als er wirklich war und tritt nach nicht einmal einem halben Jahr als Vorsitzender aus gesundheitlichen Gründen zurück. Statt dem Ossi mit ungewöhnlicher Parteivita nun doch der Rennigel mit Stallgeruch aus Rheinland-Pfalz. Im Falle einer Kanzlerkandidatur von Kurtie werde ich wahrscheinlich schon aus dem Grund nicht für die SPD stimmen, weil 16 Jahre Pfälzer Kanzler-Dialekt in einem Jahrhundert einfach genug sind.

Und wie immer gilt in der Politik: Totgesagte leben länger. Wie es im Moment aussieht, hat es der schwarze Korsar von der Apenninenhalbinsel mal wieder geschafft und kann weiter ungestört seinen Geschäften nachgehen. O-Ton Silvio Berlusconi: "Ich habe zu viel Wertschätzung für die Intelligenz der Italiener, als dass ich denken könnte, dass es hier tatsächlich so viele Idioten gibt, die gegen ihr eigenes Interesse wählen." Was soll man da noch sagen?

1. April 2006

Das ewige Herz der Finsternis

Der famose Afrika-Korrespondent der Zeit, Bartholomäus Grill, spricht sich in einem Pro-Artikel (Contra: Robert Leicht) für den Kongoeinsatz der Bundeswehr aus. Besonders seine Analyse der Berichterstattung in Deutschland halte ich für äußerst gelungen. Hier der erste Absatz des Artikels, der Rest ist nachzulesen in der aktuellen Zeit, Nr.14 2006, Seite 10:

"Die Zahl der Kongo-Experten in Deutschland wächst täglich. Obwohl die meisten Fernanalytiker erst seit kurzem den Präsidenten des zentralafrikanischen Landes - Kabila - und seine Hauptstadt - Kinshasa - auseinander halten können, wissen sie doch sehr genau, was unsere Bundeswehr dort unten erwartet: ein Himmelfahrtskommando im 'Herz der Finsternis'. Dieses Klischee ist so wirkmächtig wie in kolonialen Tagen. Es suggeriert: Wer da hineingeht, kommt nie mehr heraus. Ergo: Lieber gleich daheim bleiben!"

28. März 2006

Einfach mal nichts machen...

Das lob' ich mir: Windows ist in den letzten Jahren auch irgendwie entspannter geworden. Ganz einfach nur relaxen, nicht irgendwo rumklicken, die Maus Maus sein lassen. Fehlt nur noch, dass das Betriebssystem dann automatisch Bob Marley auflegt und mir ein kaltes Bier serviert. Kommt bestimmt in Vista!

27. März 2006

In der Freizeit...

Das mache ich jetzt einfach mal einem anderen (sehr interessanten) Blog nach, ist ja immer ganz aufschlussreich:
  • Das lese ich gerade: Bin am Wochenende mit der Autobiographie von Marcel Reich-Ranicki ("Mein Leben") fertig geworden. Sehr interessant und nahezu unglaublich (und für einen selbst beschämend), was ein Mensch im Laufe seines Daseins so alles lesen kann. Außerdem habe ich "Madame Bovary" von Gustave Flaubert beendet. Erstes Mal für mich, nicht zu unrecht ein Klassiker, schöne Sprache, und die Bemerkungen zu mancher Beziehungsproblematik sind auch heute noch höchst aktuell.
  • Das höre ich gerade: Die CD "Bethune" der Band "Twilight Hotel". Eine schöne Kanada-Erinnerung, entdeckt in der Playlist "meines" Radiosenders. Blues, manchmal etwas rockig, eingängige Melodien, und immer darum bemüht, interessante Geschichten zu erzählen.
  • Das gucke ich gerade: Bin hauptsächlich mit der zweiten Staffel von Miami Vice beschäftigt. Ich überlege mir, ob ich eine Internetseite eröffne, auf der man ersehen kann, wieviele Leute Tubbs und Crockett in welcher Folge umgelegt haben.
  • Das spiele ich gerade: Wer wie ich in der Zeit der Point&Klick-Adventure groß geworden ist, sollte unbedingt mal einen Blick auf "Black Mirror" werfen. Schöne Story, nette Bilder, und manchmal sogar ein bisschen gruselig. Gestern durchgespielt. Jetzt muss wieder Viduron ran.

24. März 2006

Winterdepression die Achtundvierzigste

Manchmal fällt es mir schon sehr schwer, nicht vom Pessimismus übermannt zu werden, bei den Meldungen: Ab 2007 muss man bei den Halsabschneidern von der GEZ sogar für einen Computer löhnen, sofern dieser irgendwie als "internetfähig" zu bezeichnen ist. Und das wird in den Augen der Schergen wohl alles ab einem Amiga auffwärts sein. Als besonderes Schmankerl haben die Jungs nun auch endlich offiziell (früher im Geheimen und datenschutzrechtlich mehr als umstritten) die Erlaubnis bekommen, Adressdaten zu kaufen, um den Leuten ihre Drückerkolonnen noch gezielter in die Wohnung schicken zu können.

Ferner hat sich unsere nette Justizministerin überlegt, dass das eh schon weit genug ausgehöhlte Recht auf Privatkopie (kopieren ja, aber nur wenn es keinen Kopierschutz gibt, haha) nun vollends über Bord gekippt wird. Und damit die Musikindustrie die schwarzen Schafe (die in diesem Fall das Gros der gesamten Herde ausmachen dürften), besser aussortieren kann, existiert nun endlich auch eine Gesetzesgrundlage, die die Provider dazu verpflichtet, die Verbindungsdaten rüberwachsen zu lassen.

Bald kommt dann noch das totale Rauchverbot, Bier wird auch teurer, Kameras überwachen bald auch noch das letzte Scheißhaus, der Frühling wurde ja bereits abgeschafft und Frauen wird gesetzlich verboten, Sommerkleidung zu tragen. Fast alle Menschen in meinem Alter heiraten, ziehen zusammen, kriegen Kinder und fahren mir mit dem Buggy in die Beine. Auswandern nützt auch nichts, da die meisten anderen Staaten noch dümmere Gesetze und noch heiratswütigere Bürger haben. Schönes Wochenende!

21. März 2006

Ein Reim muss sein!

Ich weiß ja nicht, wer von Euch den Tag der Poesie auf der Internetseite der Süddeutschen Zeitung mitbekommen hat, ich auf jeden Fall fand die Idee, alle Überschriften in Reimform abzufassen, sehr gelungen. Das habe ich der Redaktion dann auch mitgeteilt. Die sich dann so geschmeichelt fühlte durch mein Lob, dass sie es gleich veröffentlicht hat. Allerdings frage ich mich schon, warum genau meine Mail vor dem Hintergrund eines Affens abgebildet wurde....Dank an Carsten, ohne den ich die Huldigung meines Zweizeilers verschlafen hätte.

20. März 2006

Roland Koch lebt!

Ursprünglich wollte ich heute ja was zum drohenden Rauchverbot („Wollt Ihrrr das totaale Rauchverbot?“) sagen, aber das Thema ist so ausgelutscht wie Roland Kochs Kindergarten-Fragenkatalog, der natürlich, man ahnt es, damit endet, dass man die Farben der Nationalflagge aufsagen muss. Für den Koch müsste man eine neue Art von Fetischismus erfinden. An dieser Stelle ein Lob auf Joseph von Westphalen, der schon vor Jahren einen Romanhelden sagen ließ:

„Mit einem schwarz-rot-goldenen Lumpen würde ich mir nicht einmal den Arsch auswischen.“

Ganz große Literatur. Was damals nicht alle erkannt haben, denn der Autor wurde von einem weinerlichen Fahnenfreund wegen Verunglimpfung von Staatssymbolen verklagt. Was natürlich nicht durchging, da es ja nicht der Autor gesagt hat, sondern sein virtuelles Alter Ego. Naja. Als ich gerade den heutigen Blogeintrag anfing, wollte ich eigentlich was zum Retro-Charakter von Plastikmülltonnen schreiben. Und dann kam mir wieder mein Antinationalstolz dazwischen. Ist irgendwie fast schon pathologisch.

15. März 2006

Welcome to the Saddam Show!

Es ist doch immer wieder die gleiche Scheiße mit diesen Ex-Diktatoren: Einmal vor Gericht gestellt, nutzen sie die Bühne der Öffentlichkeit, um Ihre glänzende Vita in Szene zu setzen und sich als heldenhafte Verteidiger des Vaterlandes aufzuspielen. So geschehen gerade wieder mit Saddam dem Erdhörnchen, der zeitgleich mit dem Verlust seines Alm-Öhi-Barts seine rhetorische Angriffskraft wiedererlangt hat und heute vor Gericht seine geliebten Iraker dazu aufforderte, doch gegen die Amis aufzustehen und ordentlich Krawall zu machen.

Mein Vorschlag: Prozesse gegen Kriegsverbrecher und Ex-Diktatoren werden grundsätzlich mit einer Nachrichtensperre verhängt und nicht live übertragen. Um rechtsstaatlichen Standards gerecht zu werden, gibt es aber eine lückenlose Schrift- und Videodokumentation sowie internationale Beobachter. Die Aufzeichnungen werden dann nach ein paar Jahren freigegeben. Dann ist das ganze hoffentlich schon so unaktuell, dass diese Diktatorenkasper mit ihrem nichtvorhandenen Unrechtsbewusstsein nicht noch mehr Unheil anrichten können, als ohnehin schon getan.

14. März 2006

100 Meter, und keinen Zentimeter mehr!

Zumindest in der Abendzeitung streiten sich die Münchner immer noch darüber, wie hoch denn nun ein Hochhaus sein darf und ab welcher Größe die Frauenkirche und die vielen anderen Gottesttempel der Landeshauptstadt durch Wolkenkratzer entweiht werden. Vielleicht sollte man München einfach zu Museum erklären und zur Bauweise des Mittelalters zurückkehren. Dass klassische und moderne Architektur nebeneinander existieren können, scheint den Bayern in Form einer Pinakothek gerade noch einzuleuchten. Wenn's aber höher als der Kirchturm ist, hört der Spaß auf.

Wolkenkratzer Fans wie ich müssen sich also woanders vergnügen. Zum Beispiel auf der Seite Skyscraper.com. Dort zeichnen detailverliebte Fans Hochhäuser aus aller Welt und bringen Sie untereinander in Vergleich. Besonders gut gelungen ist die Suchfunktion, die es einem ermöglicht, seine Lieblingshochhäuser nebeneinander zu setzen. Da nicht nur existierende Wolkenkratzer aufgeführt werden, sondern auch geplante, zerstörte und virtuelle, kommt auch der Fantasy-Freund voll auf seine Kosten.

11. März 2006

Kaffees mit Deckel

Ein Phänomen, das ich Nordamerika nur mit Kopfschütteln ertragen habe, war der "Coffee to go". Statt sich gemütlich in ein Café zu setzen oder wenigstens auf einen Espresso an die Bar zu stellen, schnappt sich der Kanadier einen Halbliter-Pappbecher voller meist fürchterlich süßem Bohnensud und rennt damit durch die Straßen, setzt sich in den Bus oder fährt Auto. Ich dachte immer, den Leuten sei das so anerzogen und eine Reflektion gar nicht mehr möglich. Weit gefehlt. Selbst eine Kommentatorin der Globe and Mail, einer überregionalen Tageszeitung Kanadas, war sich während der olympische Spiele nicht zu blöd dazu, zuzugeben, dass sie es nach sechs Tagen (!) italienischer Küche nicht mehr ohne McDonalds und Pappkaffe mit Deckel ausgehalten hat. Aber lest selbst:

"Here, it was about the third day that the thrill of carrying scalding espressos in tiny, lidless cups - Italy is not built for the take-away world,but rather for the-hang-around-table-for-hours one, began to wear thin. By day four, everyone had discovered that McDonald's at the press centre, improbably, had its own, fabulous coffee bar, where, praise the Lord, they served huge, American-sized espressos and cappuccinos in insulated cups with actual lids. I believe it was on day six that I personally weakened, and slunk away from the McDonald's carrying not only a cappuccino, but also a cheeseburger."
Christie Blatchford, Globe and Mail 25. Februar 2006

Ha! Und ich war fast drei Monate in Nordamerika und nicht EINMAL in einem deutschen Lokal, und es hätte sogar eines gegeben in Vancouver! Drei Monate kein Schweinsbraten, ohne Meckern! Keine Weißwürscht! OK, ich hab' mal ein deutsches Weißbier getrunken, aber das zählt nicht. Oder?

8. März 2006

Einstürzende Hundehütten

Schon erstaunlich, dass die Lage in Bayern trotz der Schneemassen wenig dramatisch ist und eigentlich alles seinen gewohnten Gang nimmt. Das ist hart für die Tageszeitungen, die sich wohl mehr Nachrichtenwert erhofft hatten. Dass den fleißigen Berichterstattern langsam die Puste ausgeht, sieht man an einem Interview, das heute in der Münchner AZ erschienen ist. Baustatik-Experte Herr Prof. Gebbeken wird zu den unheilverheißenden Schneelasten auf den Dächern befragt.

AZ: Ist meine Hundehütte auch vom Einsturz gefährdet?
Professor: Bei einer Hundehütte ist die Einsturz-Gefahr sehr gering, weil die Dächer so klein sind. Aber Hundebesitzer können auch einfach mal schnell das Hütten-Dach räumen, das ist die sicherste Methode.

Außerdem erklärt uns der Herr Professor, dass Hallen vom Schneefall nicht davonlaufen können. Aha. Und rät ferner dazu, neben der Hundehütte zur Sicherheit gleich auch das Garagendach und den Balkon zu schippen. Hat der Mann einen Vertrag mit der Schneeschaufelindustrie?

7. März 2006

Gerade zurück und doch nicht hier

Das mit dem Reisen ist schon eine seltsame Sache. Gerade dann, wenn es mit dem Flugzeug so schnell geht. Physikalisch ist es unmöglich, an zwei Orten gleichzeitig zu sein. Im Kopf geht das irgendwie. Wenn ich mir im verschneiten München im Büro sitzend die Webcam aus Vancouver anschaue, bin ich mir über meinen derzeitigen Aufenthaltsort nicht mehr ganz sicher. Ich kann mir vorstellen, nachher zum Feierabend in den Aufzug zu steigen, und wenn sich die Türen wieder öffnen, betrete ich die Lobby des Sunset Inn, reiße einen Witz mit Paul, dem Rezeptionisten, betrete die Burnaby Street und mache mich auf zur English Bay, dort, wo die vielen Tanker im Wasser liegen und darauf warten, den Anker zu lichten und in die weite Welt zu fahren.